- 23.05.2005, 11:01:36
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Mangelnde Transparenz bei Tsunami-Wiederaufbauhilfe des Bundes
AGEZ fordert integriertes Konzept für Soforthilfe nach Katastrophen und langfristiger Entwicklungszusammenarbeit
Wien (OTS) - Fünf Monate nach der Tsunami-Flutkatastrophe in
Südostasien ist noch immer unklar, aus welchen Quellen die vom Bund
für den Zeitraum von drei Jahren zugesagten 34 Mio. Euro (von
insgesamt 50 Mio. Euro zusammen mit Ländern, Städten und Gemeinden)
an Soforthilfe und Wiederaufbaumaßnahmen in der vom Tsunami
betroffenen Region stammen sollen. "Zwar werden auf der Homepage des
Bundeskanzleramts geförderte Projekte veröffentlicht, doch daraus
sind nur 8,1 Mio. Euro von den zugesagten 34 Mio. Euro Unterstützung
seitens des Bundes ersichtlich", kritisiert AGEZ-Geschäftsführerin
Elfriede Schachner.
Mangelnde Transparenz bei Herkunft der Bundesmittel
Die AGEZ, als Dachverband von 30 entwicklungspolitischen NGOs, hat
die Zusage des Bundes, Mittel für Nothilfe zur Verfügung zu stellen,
sehr begrüßt. Die NGOs hoffen jedoch, dass diese Mittel für die
Flutopfer aus zusätzlichen Budgets finanziert werden und nicht aus
dem ohnehin schon knapp dotierten Entwicklungszusammenarbeits-Budget.
Um diesbezügliche Zweifel auszuräumen, fordern die NGOs im Sinne der
Transparenz eine detaillierte Aufschlüsselung der
Finanzierungsquellen der zugesagten Hilfsgelder. Mit Ausnahme der
Million aus dem Innenministerium handelt es sich bei keinem der
Budgetposten um zusätzliches Geld. Die AGEZ fürchtet daher, dass auch
der im BMaA neu einzurichtende "Hilfsfonds für Katastrophenfälle im
Ausland" aus regulären EZA-Mitteln gespeist werden könnte, was zu
Lasten der ärmsten Länder der Welt gehen würde.
Integriertes Konzept für Soforthilfe und langfristige EZA
Während bis in die 80er Jahre hinein das Motto galt, dass die
Entwicklungszusammenarbeit (EZA) erst dann ins Spiel kommt, wenn die
Krisensituation als bewältigt gilt bzw. die Rehabilitationsarbeiten
abgeschlossen sind, so sind sich heute ExpertInnen einig, dass die
Verknüpfung von Katastrophenhilfe und Wiederaufbauarbeit mit der
langfristig angelegten EZA wichtig ist. Doch, so Norman Spitzegger,
stellvertretender AGEZ-Vorsitzender, "es fehlt an Plan und
Maßnahmen". Die Einrichtung des Katastrophenhilfefonds sollte daher
Anlass sein, ein integriertes Konzept unter Einbeziehung der
Erfahrungen der Soforthilfe- sowie der EZA-Organisationen zu
entwickeln.
Erkenntnisse der österreichischen EZA rund fünf Jahre nach den
Naturkatastrophen in Nikaragua und Mosambik zeigen deutlich, dass das
unmittelbare Ineinandergreifen von Nothilfe, Wiederaufbaumaßnahmen
und EZA einerseits entscheidend für die erfolgreiche Bewältigung der
Auswirkungen der Katastrophe sowie andererseits unabdingbar für die
gute längerfristige und nachhaltige Entwicklung sind.
Die Anbindung der EZA an die Nothilfe und den Wiederaufbau ist
notwendig und sinnvoll, weil die EZA-AkteurInnen in der Regel über
ein profundes Wissen über soziokulturelle, ökonomische und politische
Gegebenheiten vor Ort verfügen, Dynamiken und Potentiale kennen und
in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen auf eine
partizipative, frauenfördernde und angepasste Ausgestaltung der
Kooperation achten.
Rückfragehinweis:
Mag. Elfriede Schachner, AGEZ-Geschäftsführerin
Tel: 01/317 40 16 oder 0699 107 66 216;
www.agez.at; mailto:office@agez.at
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