Neue Hoffnung für Brustkrebspatientinnen

Wien (OTS) - Während mit der Erkrankung von Kylie Minogue ein weiterer erschreckender Fall von Brustkrebs in jungen Jahren durch die Medien ging, wurden am ASCO, dem jährlichen Treffen der American Society of Clinical Oncology (13.-17.5.2005), neue wissenschaftliche Ergebnisse präsentiert, welche die Vorsorge und Therapie von Brustkrebs verändern könnten:

  • Statine, cholesterinsenkende Medikamente, verringern das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken um die Hälfte
  • Die Verringerung des Fettgehalts in der Nahrung senkt das Rückfallrisiko bei bereits an Brustkrebs erkrankten Frauen
  • Herceptin reduziert das Risiko, dass Brustkrebs wieder auftritt um 50%

Statine senken das Brustkrebsrisiko

Statine werden zur Senkung von hohem Cholesterinspiegel verwendet und verringern damit das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Nun zeigte sich ein weiterer erstaunlicher Effekt dieser Medikamente. In einer retrospektiven Studie an über 40.000 Frauen über einen Zeitraum von 6 Jahren wurde die Auswirkung der Statine auf das Brustkrebsrisiko untersucht. Frauen, die Statine einnahmen, hatten ein um 51% verringertes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Fettarme Ernährung senkt das Rückfallrisiko von Brustkrebspatientinnen

An einer Gruppe von 2437 an Brustkrebs erkrankten Frauen wurde der Effekt des Fettkonsums durch die Nahrung untersucht. In der Gruppe von Frauen, die nach mehrmaliger Ernährungsberatung den Fettkonsum auf durchschnittlich 33g/Tag reduziert hatte (Kontrollgruppe:
51g/Tag), konnte das Risiko eines Rezidivs um 24% verringert werden. Besonders Frauen, die an einem östrogenrezeptor-negativem Tumor erkrankt waren, dürften von fettarmer Ernährung profitieren, hier lag die Risikoreduktion bei über 40%.

Herceptin reduziert die Wiederkehr von Brustkrebs um 50%

Herceptin ist eine Antikörpertherapie, welche ganz spezifisch das Onkogen Her2-neu hemmt. Dieses Onkogen ist krebsfördernd und ist auf der Zell-Oberfläche bei etwa 25% aller Brustkrebstumore vorhanden. In zwei hochaktuellen Studien wurden Daten über die Wirksamkeit von Herceptin adjuvant (Therapie nach Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie) erhoben. Insgesamt wurden 6747 Frauen mit Brustkrebs untersucht. Hierbei zeigte sich, dass bei den 3373 Frauen, welche zusätzlich zur Standardtherapie (Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie und falls erforderlich antihormonelle Therapie) Herceptin erhalten hatten, das Risiko für das Wiederauftreten von Brustkrebs um 50% reduziert war.

Die Brustspezialisten des AKH unter der Leitung von Herrn Univ. Prof. Dr. Ernst Kubista und Univ. Prof. Dr. Teresa Wagner werden diese Ergebnisse zum Wohl ihrer Patientinnen sofort in die Praxis umsetzen:

  • Die Therapie mittels Herceptin soll ausgeweitet werden, vor allem für junge Patientinnen.
  • Die Information der Brustkrebspatientinnen über Ernährung bzw. die Einbindung einer Ernährungsberatung wird verstärkt Teil der Nachsorge sein.
  • Prospektive Studien zur Bestätigung der Wirksamkeit von Statinen sind unbedingt notwendig, wobei auch wir eine Studie dazu durchführen werden.

"Für unsere Patientinnen ist es lebensnotwendig, die zur Zeit beste Therapie zu bekommen. Aus diesem Grund sehen wir es als unsere Pflicht, neue Forschungsergebnisse nach sorgfältiger Abwägung in den Therapieüberlegungen zu berücksichtigen."

Rückfragen & Kontakt:

Univ. Prof. Dr. Ernst Kubista
Univ. Prof. Dr. Teresa Wagner
Gerlinde Wintersperger
Klinische Abteilung für Spezielle Gynäkologie
Telefon 01/40400-2801
e-mail ernst.kubista@meduniwien.ac.at

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