• 23.05.2005, 10:31:21
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AK-Vollversammlung: Präsident Kalliauer gegen ungerechte Einkommensverteilung und für aktive Arbeitsmarktpolitik

Linz (OTS) - Anlässlich einer Pressekonferenz zu der am 24. Mai
stattfindenden Vollversammlung der Arbeiterkammer Oberösterreich
präsentierte
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer aktuelle Anliegen der
Arbeitnehmer/-innen.

Präsident Kalliauer betonte einerseits, dass es heuer tatsächlich
Grund zum Feiern gäbe (60 Jahre 2. Republik, 50 Jahre volle
Souveränität durch den Staatsvertrag und 10 Jahre EU-Mitgliedschaft).
Er machte andererseits aber deutlich, dass die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer wenig Grund zum Feiern haben, weil deren Einkommen netto
auf dem Niveau von 1999 sind, sie also in den letzten fünf Jahren am
Wirtschaftswachstum de facto keinen Anteil hatten. Es haben auch die
Pensionisten wenig Grund zum Feiern, weil ihre Nettopensionen auf dem
Niveau von 1995 sind.

Präsident Kalliauer erinnerte an eine Errungenschaft, die heuer
ebenfalls ein Jubiläum feiert, was aber vom offiziellen Österreich
nicht wahr genommen wird: Der 50. Jahrestag der Beschlussfassung im
Parlament über das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz ist für die
Entwicklung unseres Landes und für die überwiegende Mehrheit der
Frauen und Männer genauso wichtig, wie die Wiedererrichtung der
demokratischen Republik. Ohne die Freiheit von Armut, Krankheit und
Not ist die politische Freiheit nur eine leere Hülle und
ein Freibrief für die wirtschaftlich Mächtigen, ihre Interessen
schrankenlos durchzusetzen. "Die Arbeiterkammer wird diesen Tag
gebührend feiern und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken",
sagte Kalliauer.

Der AK-Präsident erinnerte an die zunehmend ungerechter werdende
Verteilung der Einkommen: "Eine empörende Selbstbedienung von
Spitzenmanagern greift um sich, und Spekulanten werden reich mit der
Zerstörung von Arbeitsplätzen. Die oberen 10 Prozent bekommen immer
mehr, der Mittelstand und die Kleinverdiener zahlen die Zeche. Das
ist nicht nur ungerecht, sondern auch wirtschaftlich immer
bedrohlicher: Die Inlandsnachfrage stagniert und schrumpft sogar
teilweise. Die Staatsausgaben müssen fast ausschließlich von den
Beziehern mittlerer und kleiner Einkommen getragen werden. Wachsende
Teile der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung tragen nichts mehr zur
Finanzierung der Sozialsysteme bei."

Abschließend unterstrich Kalliauer, dass die AK auch in Zukunft
Erfolg in der Interessenvertretung haben werde, und sie für viele
Fragen zeitgemäße Lösungsvorschläge habe. Das wissen auch die
Mitglieder der AK Oberösterreich, denn 80 Prozent von ihnen sagen,
die Regierung sollte mehr auf die AK hören. Manchmal tut sie das
auch: Beispiel ist die jüngst zugesagte Änderung des
Wochengeldanspruchs.

"Wir kümmern uns auch um die Fragen der Zukunft: Unser Projekt
WAGE, das wir mit Unterstützung der EU, des Landes OÖ und in
Zusammenarbeit mit der WKO und Partnern in ganz Europa realisieren,
hat zum Ziel, Wege zur Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu finden
und dies in Unternehmen und in der Öffentlichkeit auch zu
propagieren. Wir bekennen uns zur Kooperation der Sozialpartner, wie
man am Beispiel der Initiative "Freier Sonntag" und Einschränkung der
Öffnung des Sparmarktes am Linzer Bahnhof sieht", so AK-Präsident
Kalliauer.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
mailto:presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

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