"profil": Neue Vorwürfe gegen umstrittenes Wiener Pflegeheim Kursana Tivoli

Zwei Schwestern für 25 bettlägrige Patienten, mangelnde ärztliche Betreuung und fehlende Medikamente - Geschäftsführung nimmt Stellung

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, muss sich das umstrittene Pflegeheim Kursana Tivoli, gegen das der Wiener Pflegeombudsmann Werner Vogt Anzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet hat, gegen neue Vorwürfe wehren.

"profil" zitiert in seinem Bericht aus dem "Tätigkeitsbericht 2004" der Pflegeombudsstelle und der Sachverhaltsdarstellung Vogts an die Staatsanwaltschaft.

Darin heißt es unter anderem: "Bei den Besuchen (im Heim, Anm.) wurden oft nur eine Pflegehelferin und eine Abteilungsleiterin für 25 teilweise schwer pflegebedürftige Personen angetroffen. Im gesamten Pflegeheim ließen sich nur wenige und nicht ausreichend sortierte Medikamente finden."

Und weiter: "Es gab weder eine Verwaltungs-, noch eine Pflegedirektion, das Pflegepersonal wurde von keiner übergeordneten Stelle beaufsichtigt."

Peter Edelmayer, seit Anfang Mai neuer Geschäftsführer der Kursana Residenzen GmbH, bestätigte gegenüber "profil", dass es zu Jahresbeginn ein Monat lang keine Direktion und keine Pflegedienstleitung gegeben habe. Ob tatsächlich nur zwei Schwestern für 25 bettlägrige Patienten zur Verfügung gestanden seien, wisse er derzeit nicht. Der "derzeitige Personalstand" entspreche jedoch "betreffend Qualität und Quantität den gesetzlichen und organisatorischen Erfordernissen".

Die Vorwürfe Vogts würden jeder Grundlage entbehren, so Edelmayer weiter. Kursana könne aufgrund des laufenden Verfahrens aber nicht auf alle Punkte konkret eingehen.

Ombudsmann Vogt spricht in seinem Bericht über einen "regelrechten Pflegenotstand" in "Teilen der öffentlichen, noch mehr in privaten Pflegeeinrichtungen regelrechter Pflegenotstand." Die "immer schon gehegte Vermutung, dass privat sehr oft schlechter und teurer ist", werde durch den Fall Kursana Tivoli "eindrucksvoll bestätigt".

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