Jugendkongress des ÖGB: 37.000 Unterschriften für mehr Ausbildungsplätze

Bundespräsident Fischer: Junge GewerkschafterInnen als Kontrollinstanz für soziales Engagement

Wien (OTS) - Mehr als 37.000 Unterschriften für "Mehr Zukunftschancen" überreichten VertreterInnen der Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) im Rahmen des 29. Bundesjugendkongresses des ÖGB an ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Die Unterzeichnenden treten für mehr Ausbildungsplätze, mehr Qualität in Aus- und Weiterbildung sowie für mehr soziale Sicherheit ein. ++++

Verzetnitsch hatte zuvor in seiner Begrüßungsrede zu den Delegierten gesagt: "Ihr seid heute bereit, Politik zu machen, bevor mit euch Politik gemacht wird!" Er rief die Jugendlichen dazu auf, sich der Vielfalt der mehr als 300 Lehrberufe bewusst zu werden und nicht immer nur aus den zehn beliebtesten zu wählen: "Es reicht nicht wenn nur in zehn Berufen ausgebildet wird. Ein breiteres Spektrum ist notwendig."

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der persönlich verhindert war, schrieb in seiner Grußbotschaft: "Ihr jungen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter seid eine Kontrollinstanz, dass soziales Engagement kein leeres Bekenntnis bleibt" und verwies auf die Wichtigkeit der Solidarität, auch über Differenzen hinweg. Fischer rief die Jugendlichen zu aktiver Teilnahme an der Gegenwartskultur auf:
"Politik ohne Kultur ist mangelhaft."

Barbara Prammer, 2. Präsidentin des Nationalrates, begrüßte die "grundlegende Auseinandersetzung mit Bildungsfragen" in den Anträgen zum Jugendkongress. Sie forderte mehr Kinderbetreuungsplätze sowie eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 16-Jährigen.

Die Wiener Gemeinderätin Barbara Novak meinte, dass die Zeiten seit der Gründung der ÖGJ vor 60 Jahren natürlich schlechter gewesen seien als heute. Allerdings habe es auch schon bessere Zeiten gegeben: "Von vielen Forderungen, die die ÖGJ vor zehn Jahren gestellt hat, sind wir heute weiter entfernt als damals." Als Beispiele nannte sie eine Verlängerung der Behaltefrist für LehrabsolventInnen, eine Verkürzung der Probezeit für Lehrlinge oder die Herabsetzung der KlassenschülerInnen-Höchstzahlen.

Bundesarbeitskammer-Präsident Herbert Tumpel lobte die ÖGJ als "junge, dynamische Organisation. Die Situation auf dem Arbeits- und Lehrstellenmarkt nannte er "mehr als unbefriedigend: Noch nie in der 2. Republik konnten so viele junge Menschen, die arbeiten wollten, nicht arbeiten." Die Regierung dürfe nicht aus der Pflicht entlassen werden, mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

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