AK-Dinkhauser: Land muss mehr tun für Bildung und Innovation

Das Gemeinsame suchen und das Trennende beim Namen nennen

Innsbruck (OTS) - Einen Vorstoß für Bündeln der Kräfte im Land und das Eingehen von noch mehr echten Partnerschaften zur Verbesserung der Situation der Beschäftigten im Lande unternahm AK-Präsident Fritz Dinkhauser anlässlich der 144. Vollversammlung der Arbeiterkammer Tirol: "Die Zeiten, in denen jeder sein eigenes Süppchen kocht, müssen endlich überwunden sein. Die AK sucht immer das Gemeinsame und nennt das Trennende dabei ungeschminkt beim Namen."
Als vordringlichste Aufgabe, die es gemeinsam zu bekämpfen gelte, nannte Dinkhauser die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Rund 20.000 Arbeitsuchende, darunter 3.000 Junge zwischen 18 und 25 Jahren. Und weiters: "Nur noch jeder zweite Tiroler Beschäftigte hat einen Ganzjahres- und Vollzeitarbeitsplatz. Das ergibt in Summe auch die schlechteste Einkommenssituation aller Bundesländer bei höchsten Lebenshaltungskosten. Es fehlen regionale Entwicklungspläne im Hinblick auf Arbeits- und Lebenskonzepte für die Bewohner vor allem für die Jungen in strukturschwachen Bezirken." Außerdem sei das Wachstum deutlich zu schwach, um wesentliche beschäftigungspolitische Impulse zu erzielen.
In diesem Zusammenhang verlangt der AK-Präsident einen radikalen Kassasturz beim Landesbudget. Es gibt viel zu wenig Investitionen in Forschung, Innovation, Entwicklung, Neugründung und Betriebsansiedelung (4 Prozent der Wirtschafts-förderung). Es besteht ein erschreckend niedriger Anteil für beschäftigungs- und bildungspolitische Maßnahmen (5 Prozent der Wirtschaftsförderung). Aber: Es besteht ein erdrückend hoher Budgetanteil für den Tourismus (31 Prozent, die Tourismusabgabe von 61 Millionen Euro nicht eingerechnet) und für die Landwirtschaft (37 Prozent).
Die Investitionen des Landes sind darauf ausgerichtet, die Strukturen zu belassen, statt sie zu verändern: Wenn auch der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts Prof. Dr. Karl Aiginger nachdrücklich unterstreicht, dass nur durch Forschung und beste Aus- und Weiterbildung sowie durch intensive Förderung der Ökologie ein spürbarer Wachstumsschub zu erreichen ist, sollten im Land endlich die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden. Investieren in reine Infrastrukturmaßnahmen ist zu wenig für eine langfristige wirtschaftspolitische Zielsetzung unseres Landes. Die AK steht mit der Bildungsoffensive für die Beschäftigten bereit. "Bildung ist ein Kraftwerk für unser Land: Es bringt laufend erneuerbare Energie und frische Kreativität, Bildung mobilisiert und motiviert. Bildung kostet keine Zinsen sondern bringt Zinsen und Zinseszinsen für den Einzelnen und für die Region."
Wenn es um Verbesserungen im Land geht, zeigt die AK echte Partnerschaft. Das belegen zahlreiche Beispiele: Vor eineinhalb Jahren war es die Idee eines gemein-samen Arbeitsmarkzentrums und vor vier Tagen wurde dieses Kind der AK geboren. Land, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer sind nun im gleichen Boot gemeinsam mit dem AMS als Partner. "Es geht also etwas weiter, wenn alle nur wollen! Was könnten wir nicht alles erreichen für die Menschen in diesem Land, wenn wir noch mehr auf Zusammenarbeit setzen?" Dinkhauser nennt als weiteres erfolgreiches Projekt den bereits vor 20 Jahren gegründeten Beschäftigungs-verein. Auch hier hat die AK den Weg der Gemeinsamkeit zum Wohl der Beschäftigten eingeschlagen mit Land, Stadt Innsbruck, AMS und Sozialpartnern: Mehr als 5.000 Langzeitarbeitslosen, Wiedereinsteigerinnen, Betroffenen von Betriebsschließungen und Jungakademikern wurde eine neue Chance eröffnet, sie wurden geistig und beruflich aufgerüstet, sodass sie jetzt wieder Fuß im Arbeitsleben gefunden haben.
Auch die AK-Idee der Tiroler Sozialmärkte bedurfte viel Überzeugungsarbeit, aber vor einer Woche wurde auch dieses Kind zur Welt gebracht. Die AK hat auch dafür die richtigen Partner gefunden:
Die Stadt Innsbruck und die Caritas, sowie die beiden Unternehmerfamilien Mölk und Wedl. In wenigen Wochen wird der erste Sozialmarkt in Innsbruck eröffnet. Dinkhauser: "Auch hier wollen wir Brücken bauen für Menschen mit wenig Einkommen, für Familien, für alleinerziehende Mütter, die oft nicht in der Lage sind, die nötigsten Lebensmittel zu kaufen. Denn versteckte Not braucht offene Türen. Wir planen solche Sozialmärkte auch in den Bezirksstädten einzurichten."
Als weitere Beispiele nannte der AK-Präsident das MCI, den Ausbildungsverbund, die Zukunftsstiftung, das Zukunftszentrum aber auch das Bemühen nach einer intensiveren und noch besseren Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice Tirol: "Wir wissen, welch hochqualifizierte Fachleute in diesem Bereich das Beste für unser Land und für die Beschäftigten erreichen wollen. Die Stärken der einzelnen Organisationen ideal kombiniert, sind eine gewaltige Kraft für die Tiroler Arbeit-nehmer. Auch hier geht es ums Gemeinsame, um das Entwickeln und Verwirklichen neuer Ideen, die vor allem auf unsere regionalen Besonderheiten eingehen."
All diese Vorzeigeprojekte sind für den AK-Präsidenten Ansporn und Motivation, noch mehr auf Gemeinsamkeit zu setzen und echte Partnerschaften zum Wohl der Beschäftigten einzugehen: "Für die AK gilt der Leitsatz ,Vorrang Mensch’ - und das muss auch die Devise aller Verantwortlichen im Lande sein."

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