Kärnten: AK fördert Jobchancen für ältere Arbeitslose

Goach Kritik an FRC: "Gekündigte sollen abgespeist werden!"

Kärnten (OTS) - Wirksame Maßnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit forderte heute AK-Präsident Günther Goach in seiner Rede vor der Vollversammlung. Nicht nur in Österreich, auch in der EU werde viel zu wenig für die Arbeitsplatzsicherung getan. Die AK selbst wird heuer bundesweit 1 Million Euro zur Beschäftigung älterer Arbeitsloser zur Verfügung stellen, kündigte Goach an.

Dieser Betrag wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit verdoppelt und dann nach einem Schlüssel für Beschäftigungsprogramme für Arbeitslose über 50 auf die Bundesländer aufgeteilt. In Kärnten werden damit ab Herbst rund 120.000 Euro für die Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser zur Verfügung stehen.

Die Zahl der Arbeitslosen über 50 steigt in Kärnten nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen der Pensionsreform kontinuierlich an. "Daher muss für diese wachsende Problemgruppe der so genannte zweite Arbeitsmarkt ausgebaut werden", sagte Goach. Eigene Arbeitsstiftungen sollen leistungsfähigen älteren Arbeitslosen eine schnelle Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglichen.

In Kärnten waren im April fast 20.000 Menschen arbeitslos oder in Schulung, davon waren rund 3.000 über 50 Jahre alt. "Leider sind immer weniger Betriebe bereit, ältere Mitarbeiter einzustellen", kritisierte Goach.

Scharf ins Gericht ging Goach in diesem Zusammenhang mit der Geschäftsführung der Firma FRC-Möbel in Villach. Nach der angekündigten Einstellung der Produktion mit Ende Juni verlieren 80 Beschäftigte ihre Arbeit. Viele davon sind Ältere, die schon Jahre im Betrieb waren. "Im Zuge der von AK und ÖGB geführten Sozialplanverhandlungen bietet die Geschäftsführung jetzt für jeden Betroffenen lediglich 300 Euro an! Es ist untragbar, dass langjährige Mitarbeiter, die ohne Arbeit und Einkommen auf der Straße stehen, mit einem so lächerlichen Betrag abgespeist werden sollen", protestierte Goach. Die AK habe bereits einen Antrag auf Einrichtung einer Schlichtungsstelle gestellt, die dann den Sozialplan verordnen soll.

Weil Arbeitsplatzsicherheit und Qualifikation eng zusammenhängen, habe die AK im Vorjahr besondere Anstrengungen im Bildungsbereich unternommen, sagte Goach. Über 40 Prozent des Budgets sind für Bildungsmaßnahmen aufgewendet worden.

"Betriebe, Land und Bund hingegen ziehen sich aus ihrer Verantwortung für die Qualifikation der Arbeitnehmer immer mehr zurück", kritisierte der AK-Präsident und forderte eine Aufstockung der Bundes- und Landesmittel für die Erwachsenenbildung. "Bildung ist eine wesentliche Aufgabe der öffentlichen Hand. Skandinavische Länder geben 14 Prozent des Budgets für die Erwachsenenbildung aus, in Österreich sind es nur zwei", sagte Goach.

Der AK-Vollversammlung lagen heute drei Resolutionen und 13 Anträge aller Fraktionen vor. Der Antrag der Sozialdemokratischen Gewerkschafter auf Einrichtung einer Arbeitsstiftung zur Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser wurde auch von den Freiheitlichen Arbeitnehmern, dem ÖAAB und den Grünen angenommen.

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