NATIONALRATSPRÄSIDENT KHOL TIEF BETROFFEN ÜBER TOD VON TONCIC- SORINJ Khol: Großer Europäer und Wegbereiter der europäischen Integration

Wien (PK) - Tief betroffen zeigte sich heute
Nationalratspräsident Dr. Andreas Khol über den Tod des
ehemaligen Außenministers Dr. Lujo Toncic-Sorinj. Khol
bezeichnete Toncic-Sorinj als "herausragenden Diplomaten und Staatsmann, großen Europäer und Wegbereiter der europäischen Integration".

Lujo Toncic-Sorinj wurde am 12. April 1915 in Wien geboren. Nach
der Matura am Humanistischen Gymnasium in Salzburg absolvierte Toncic-Sorinj einen Abiturientenkurs an der Wiener
Handelsakademie und studierte an den Universitäten Wien und
Zagreb Jus, Slawistik, Philosophie, Geschichte und Psychologie. Prominenteste Station seiner zahlreichen Studienreisen war die Hochschule für Politik in Paris.

Toncic-Sorinj war Mitarbeiter am Österreichischen Forschungsinstitut für Wirtschaft und Politik in Salzburg und entfaltete eine umfangreiche Publikationstätigkeit in zahlreichen Zeitschriften und Zeitungen. In der Rubrik Zivilberuf verzeichnet das Biographische Handbuch der österreichischen Parlamentarier
bei Toncic-Sorinj "Gutsbesitzer".

Im Jahr 1949 wurde Toncic-Sorinj als ÖVP-Abgeordneter in den Nationalrat gewählt, wo er Vorsitzender des Justiz- und des Außenpolitischen Ausschusses war und dem er ohne Unterbrechung
bis 1966 angehörte. Er wirkte auch in der österreichischen UNESCO-Kommission mit und war von 1956 bis 1966 Mitglied der österreichischen Delegation zur parlamentarischen Versammlung des Europarats. 1966 wurde er als Außenminister in das Kabinett von Bundeskanzler Josef Klaus berufen. Von 1968 bis 1969 fungierte
Dr. Lujo Toncic-Sorinj als Generalsekretär des Europarates und hatte danach bis 1974 das Amt eines Vizepräsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates inne.

"Ich habe Toncic-Sorinj im Europarat kennen und schätzen
gelernt", so der Nationalratspräsident. "Es gelang mir als Vertreter der Personalvertretung des Europarates mit ihm ein
Statut für die betriebliche Mitbestimmung für Beamte des Europarates auszuhandeln. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar."

"Auf Grund seiner familiären Abstammung und seiner Ausbildung in Wien, Zagreb und Paris hat er Europa stets in seiner Gesamtheit gesehen und diese Gesamtheit auch gelebt", so Khol. Mit der Erweiterung der Europäischen Union habe er die Wiedervereinigung des Kontinents, dessen "historische und kulturelle Dimension er
als Person stets verkörpert hat, miterleben können".

"Mit Toncic-Sorinj, der erst heuer im April seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, ist ein großer Österreicher und Europäer von uns gegangen, der auch mir Leit- und Vorbild war. Ich trauere um ihn, mein Mitgefühl gilt ganz seiner Familie", so der Nationalratspräsident abschließend. (Schluss)

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