Reichsbrücke am Sonntag - let's swing again

20.000 Läufer erneut im Einsatz für die Wissenschaft

Wien (OTS) - Am kommenden Sonntag, dem 22.Mai findet der alljährliche Wienmarathon statt, wobei kurz nach dem Start die Wiener Reichsbrücke überquert wird. Auch heuer dienen die 20.000 Läufer der Wissenschaft und tragen nach dem Motto "Let's swing again" als Testpersonen für die Schwingungsmessungen an der Reichsbrücke bei.

Die MA29 nutzt dabei in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum arsenal research dieses Großereignis, um ein hochsensibles Messsystem zur Aufzeichnung der Schwingungseigenschaften der Brücke einzusetzen. Da die Krafteinleitung der großen Sportler-Gruppe beim Laufen zu erheblichen Schwingungen bei Brücken führen kann und daraus in Folge eine sehr hohe Beanspruchung resultiert, können die Forscher aufgrund der hier gewonnenen Messergebnisse Rückschlüsse auf das Schwingungsverhalten sowie den Beanspruchungsgrad des gesamten Tragwerkes ziehen.

Die Ergebnisse im Vorjahr haben gezeigt, dass die Läufer die Brücke zwar mehr schwingen lassen als der Autoverkehr, für die Sicherheit der Brücke und der Marathonläufer ist aber in jedem Fall gesorgt. Durch die hindurchfahrenden U-Bahnzüge erzittert die Reichsbrücke namlich noch viel mehr und bleibt trotzdem sicher.

Vergleichswerte der Läuferschwingungen zum Vorjahr

Interessant sind sicher die Vergleiche zum Vorjahr. Ob man an Hand der Schwingungen erkennen kann, dass mehr oder weniger Läufer zum Start angetreten sind, werden die Auswertungen nach dem Marathon zeigen. Wissenschaftlich und auch von Seiten der Erhaltung sind die Daten dieses Großereignisses überaus wichtig, sind doch die Belastungen durch die Veranstaltung eine jährliche Einmaligkeit.

Ziel der Untersuchung ist generell, die Belastung der Reichsbrücke während der rhythmischen Anregung durch die Läufer zu erfassen und mit den Beanspruchungen die im "normalen" Zustand aus dem Straßen- und U-Bahnverkehr resultieren, zu vergleichen. Damit kann eine kontinuierliche Überwachung der Brücke auf Basis von Schwingungsmessungen sinnvoll durchgeführt werden. Durch die Echtzeitdarstellung der Messergebnisse kann die jeweilige Belastung der Brücke laufend kontrolliert und den Werten aus dem Regelverkehr gegenübergestellt werden.

Die technische Komponente der Messungen

Es kommen dreidimensional messende Aufnehmer zum Einsatz, durch die die Reaktion der Brücke in allen Raumrichtungen (vertikal, horizontal und longitudinal) sowie die auftretenden Beschleunigungen kontinuierlich überprüft werden können, wobei insbesondere seitliche Schwingungen durch die Krafteinleitung beim Laufen relevant sind.

Zur Identifizierung von Maximalwerten der Schwingung, werden die Sensoren in der längsten Spannweite der Brücke mit rund 170 m Länge eingesetzt. Um die Reaktion des Tragwerkes ohne äußere Störungen zu erfassen, erfolgt die Aufstellung im Hohlkasten zwischen den beiden U-Bahn Strecken. Dadurch ist gewährleistet, dass die maßgebenden Auswirkungen auf die Brücke, welche durch die laufenden Personen entstehen, auch tatsächlich erfasst werden können.

Der Vergleich der Anregungsfrequenzen mit den vorab gemessenen Eigenfrequenzen der Brücke ermöglicht überdies die Beurteilung unerwünschter Resonanzeffekten. Durch Resonanz können Schwingungen in einer solchen Größenordnung auftreten, die die Nutzung, sowie im schlimmsten Fall die Tragfähigkeit, der Brücke negativ beeinflussen. Der Großteil aller in den letzten Jahren international aufgetretenen spektakulären Schwingungsprobleme war auf solche Resonanzerscheinungen zurückzuführen.

o Links zur Reichsbrücke
Ergebnisse der vorjährigen Messungen sind unter http://www.reichsbruecke.net/ zu sehen, über das Projekt der Instandsetzung der Reichsbrücke sind Informationen unter http://www.bruecken.wien.at/ zu erhalten.

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Ing. Kurt Wurscher
MA 29-Brückenbau und Grundbau
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