Volksbank Investmentbank AG: Aktien steigen trotz schwacher Konjunkturdaten

Inflations- und Zinsängste gedämpft

Wien (OTS) - Die Aktienmärkte konnten in der vergangenen Woche trotz mehrheitlich schwacher Wirtschaftsdaten zulegen. Impulse erhielten die Märkte vor allem von den jüngst veröffentlichten US-Verbraucherpreisdaten: Diese dämpften die Inflationsängste der Marktteilnehmer und damit die Befürchtungen vor deutlicheren US-Leitzinserhöhungen, berichtet die Volksbank Investmentbank AG (VBIB) in ihrem heute erschienen Finanzmarkt-Wochenkommentar. Für die kommende Woche rechnen die VBIB-Analysten mit einigen positiven Impulsen durch Konjunkturdaten - nicht zuletzt durch ein Plus der Wachstumsrate (Q1) in den USA.

Anders als in der Vorwoche sind die in den letzten Tagen bekannt gegebenen US-Wirtschaftsdaten schwach ausgefallen und signalisieren ein gemischtes Bild der Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft:

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich im Mai nach vorläufigen Berechnungen der Universität Michigan eingetrübt. Der entsprechende Index fiel auf 85,2 Punkte (April: 87,7). Der Index der Frühindikatoren, der Hinweise auf die Entwicklung der US-Wirtschaft in den kommenden Monaten gibt, ist im April um 0,2 Prozent im Monatsvergleich (März: minus 0,6 Prozent) zurückgegangen. Die US-Verbraucherpreise sind im April wegen höherer Preise für Lebensmittel und Energie um 0,5 Prozent (März: plus 0,6 Prozent) gestiegen. In der Kernrate - also exklusive der stark schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel - blieben die Preise jedoch erstmals seit November 2003 unverändert (März plus 0,4 Prozent).

Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia ist im Mai auf 7,3 Punkte (April: 25,3) eingebrochen. Zahlen über Null signalisieren ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia, die als guter Indikator für die landesweite Entwicklung gilt. Die Gesamterzeugung der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger (Industrieproduktion) ist im April in den USA um 0,2 Prozent (März plus 0,1 Prozent) zurückgegangen.

In Europa läuft der Konjunkturmotor weiter auf geringer Drehzahl:
Die Industrieproduktion der Eurozone ist im März im Monatsvergleich um 0,2 Prozent (Februar minus 0,6 Prozent) gesunken.

Einzig die japanische Wirtschaft hat zuletzt deutlich optimistische Signale ausgesendet: Im ersten Quartal konnte das Wachstum mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von beachtlichen 5,3 Prozent (4. Quartal: plus 0,1 Prozent) zulegen. Dabei haben vor allem der robuste inländische Konsum und die gestiegenen Investitionsausgaben der Unternehmen den schwachen Export mehr als wettgemacht. Ein Vergleich zum Vorjahr relativiert jedoch dieses Bild: Auch im ersten Quartal 2004 war das japanische BIP (5,6 Prozent) deutlich gewachsen. Im weiteren Jahresverlauf folgte dann aber eine Stagnation der japanischen Wirtschaft.

Die Anleiherenditen der Eurozone sind in der vergangenen Woche etwas gestiegen. Allerdings markierte die 10-jährige Benchmarkanleihe mit 3,273 Prozent vorübergehend ein neues Rekordtief. Druck auf die Renditen beidseits des Atlantiks übte vor allem die Kernrate der US-Verbraucherpreise aus. In der nächsten Woche erwartet die VBIB aufgrund positiver Impulsen durch gute Wirtschaftsdaten leicht steigende Anleiherenditen in der Eurozone.

Der US-Dollar präsentierte sich auch in den letzten Tagen stark. Weder die jüngsten Kapitalflussdaten, noch die anderen schwachen US-Wirtschaftsdaten konnten der US-Währung etwas anhaben. Die Netto-Kapitalzuflüsse in die USA betrugen im März lediglich USD 45,7 Mrd (Februar: USD 84,1 Mrd), der geringste Wert seit Oktober 2003. Anders als im Monat davor waren die Netto-Kapitalzuflüsse im März auch geringer als das Handelsbilanzdefizit (März: USD 55,0 Mrd).

Letzteres bildet den weitaus größten Teil des Leistungsbilanzdefizits. Die USA sind zur Finanzierung des hohen Leistungsbilanzdefizits auf ausländisches Kapital angewiesen. Befürchtungen vor einer Verringerung der Kapitalzuflüsse haben die US-Währung in der Vergangenheit immer wieder unter Druck gesetzt. In den nächsten Tagen sollte die positive Grundstimmung für den US-Dollar weiter anhalten. Auf Wochensicht sollte daraus eine Seitwärtsentwicklung des US-Dollars im Verhältnis zum Euro resultieren, schreiben die VBIB-Experten in ihrem Wochenkommentar.

Datenveröffentlichungen

USD je Euribor USD Libor Dt.Bund US T-Bond EUR 3m 3m 10y 10y

20.Mai05 1,264 2,13% 3,28% 3,34% 4,12% 13.Mai05 1,267 2,13% 3,27% 3,30% 4,16%
+/- 0,27% 0,00%Pkte 0,01%Pkte 0,04%Pkte -0,04%Pkte

Öl (Brent)
USD/Fass ATX DAX DJ Ind.

20.Mai05 48,4 2634,9 4351,9 10493,2
13.Mai05 48,4 2595,2 4253,3 10189,5
+/- -0,12% 1,53% 2,32% 2,98%

Mai Land Ereignis Zeitraum

24. USA Fed-Sitzungsprotokoll 03. Mai
ERZ Auftragseingänge Industrie März
ERZ Handelsbilanz März
ERZ ZEW Geschäftsklimaindex Mai
DEU ZEW Geschäftsklimaindex Mai
DEU BIP-Wachstum (2. Schätzung) Q1
CH Handelsbilanz April
JPN Tertiary Industry Index März
JPN Gesamtindustrieaktivitätsindex März
25. USA Auftragseingänge langl. WG April
USA ohne Transport April
DEU Ifo Geschäftsklimaindex Mai
DEU Ifo Beurteilungskomponente Mai
DEU Ifo Erwartungskomponente Mai
JPN Handeslbilanz April
26. USA BIP-Wachstum (vorl.) Q1
USA Privater Verbrauch (vorl.) Q1
USA BIP-Deflator (vorl.) Q1
USA Wö. Erstantr. Arbeitslosenh. 21.Mai
27. USA Private Einkommen April
USA Private Ausgaben April
USA Verb. Vertrauen (U. Michigan)(EW) Mai
ERZ Leistungsbilanz März
DEU GfK Konsumentenvertrauen Juni
CH KOF Frühindikator Mai
JPN Tokio Konsumentenpreisindex Mai
JPN Nationaler Konsumentenpreisindex April
JPN Einzelhandelsumsatz (vorl.) April

Rückfragen & Kontakt:

Research-Team der VB Investmentbank AG
Dipl.-Vw. Uta Pock
uta.pock@vbib.at , Tel.: 050 4004-7022

Mag. Friedrich Glechner, CFA
friedrich.glechner@vbib.at , Tel.: 050 4004-7017

Dana Kharchenko, MIB, MBA
dana.kharchenko@vbib.at , Tel.: 050 4004-7006

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VBF0001