Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, einem wichtigen Absatzmarkt für Österreich

Österreichische Exporte nach Nordrhein-Westfalen fünf Mal so hoch wie nach China - 2004 legten Ausfuhren nach NRW um ein Viertel zu

Wien (PWK365) - Nordrhein-Westfalen (NRW), wo am kommenden Wochenende Landtagswahlen abgehalten werden, ist mit 18 Millionen Einwohnern das mit Abstand bevölkerungsreichste deutsche Bundesland. Wäre es selbständig, stünde es an sechster Stelle unter den EU-Mitgliedsstaaten. Auch von seiner Wirtschaftskraft ist NRW einer der Europäischen Kernräume - im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Land ein Bruttoinlandsprodukt von 481 Milliarden Euro.

Für Österreich stellt Nordrhein-Westfalen einen bedeutenden Absatzmarkt dar und würde für sich allein genommen mit einem Exportvolumen von 5,1 Milliarden Euro an vierter Stelle unserer Exportmärkte stehen (nach Gesamtdeutschland, Italien und nur knapp hinter den USA). Der Wert unserer Lieferungen nach Nordrhein-Westfalen ist fünf Mal so hoch wie die österreichischen Exporte nach China. Bei den österreichischen Importen liegt Nordrhein-Westfalen sogar gleichauf mit Italien, aber mit Abstand vor Frankreich, USA oder China.

Die für NRW zuständige österreichische Handelsdelegierte Christiane Zwettler in Frankfurt rechnet auch künftig mit hervorragenden Absatzchancen für österreichische Unternehmen in Nordrhein-Westfalen: "Wir haben im Jahr 2004 unseren Absatz nach NRW um ein Viertel steigern können. Das ist für Außenhandelsbeziehungen mit einem hoch entwickelten Industrieland an sich schon sensationell und wurde erreicht, obwohl das Wirtschaftswachstum in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr mit 1,4% noch unter dem schwachen Ergebnis für Gesamtdeutschland von 1,6% lag."

Auch als Investitionsstandort ist Nordrhein-Westfalen für Österreich wichtig. Rund ein Drittel aller ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland entfallen auf Nordrhein-Westfalen. Aus Österreich sind rund 280 Unternehmen mit Niederlassungen vertreten, vor allem mit Vertriebsniederlassungen. Der Anteil der Produktionsstätten beträgt etwa 20 %.

Zwettler geht davon aus, dass "künftig gerade in den Kernbranchen Nordrhein-Westfalens, nämlich Stahl, Chemie, Energie- und Automobilwirtschaft, für die österreichische Exportwirtschaft ausgezeichnete Absatzmöglichkeiten bestehen. Wir planen noch in diesem Jahr eine Präsentation für österreichische Automobilzulieferer." Weitere Schwerpunkte der Arbeit der Außenhandelsstelle Frankfurt sind die großen Einzelhandelsketten, welche im Raum Köln und Düsseldorf konzentriert sind.

Es gebe aber auch Schwachpunkte im Land. Nach wie vor sei neben boomenden Regionen wie dem östlichen Westfalen, Köln, Düsseldorf und dem Bonner Raum das Ruhrgebiet ein Sorgenkind. Auch wirke sich die hohe Landesverschuldung Nordrhein-Westfalens negativ auf die öffentlichen Beschaffungen aus. "Die neue Landesregierung muss jetzt ihre Hausaufgaben machen", so Zwettler, "damit das stärkste deutsche Bundesland wieder Tritt fassen und zumindest so stark wachsen kann wie die übrigen westdeutschen Bundesländer." Wenn es in Nordrhein-Westfalen gut laufe, dann gehe es auch ganz Deutschland gut. Zwettler: "Und das ist wichtig für die österreichische Exportwirtschaft." (BS)

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