Gehrer: Vier-Augen-Prinzip soll an allen großen Bundesmuseen ausgebaut werden

Kuratorien mit Umsetzung Vier-Augen-Prinzip beauftragt

Wien (OTS) - Der vorliegende Rechnungshofbericht zur Prüfung des Kunsthistorischen Museums wird vom Ministerium als wichtige Anregung für die Einführung eines Vier-Augen-Prinzips an den großen österreichischen Museen aufgegriffen. Für alle Museen, deren jährliches Gesamtbudget über 10 Millionen Euro liegt, sollen die Kuratorien ein Vier-Augen-Prinzip festlegen und darüber dem Ministerium berichten. Weiters ist es nötig, die interne Revision weiter auszubauen. "Dadurch wollen wir sicherstellen, dass die Direktoren großer Museen ihre erfolgreiche inhaltliche Arbeit weiterentwickeln können und gleichzeitig in wirtschaftlichen Belangen entlastet werden", sagte Bundesministerin Elisabeth Gehrer.

KHM Vorreiter bei Umsetzung der Vollrechtsfähigkeit der Bundesmuseen Die Vollrechtsfähigkeit der Bundesmuseen hat sich bewährt. Das KHM und Generaldirektor Seipel haben als Vorreiter bei der Umsetzung des Bundesmuseengesetzes unbestrittene Verdienste erworben. "Wie bei jedem Betrieb, muss auch bei der Beurteilung des KHM die Gesamtleistung im Vordergrund stehen". Die Prüfung des KHM durch den Rechnungshof stellt die inhaltliche Arbeit von Generaldirektor Seipel nicht in Frage. Das KHM unter der Leitung von Generaldirektor Seipel hat sich seit der Überführung in die Vollrechtsfähigkeit zu einem erfolgreichen, dynamischen Museumsbetrieb entwickelt. Das ist auch im Zuge der Evaluierung der Bundesmuseen eindrucksvoll bestätigt worden. So hält der Evaluierungsbericht zum KHM explizit fest: "In Österreich übertrifft kein anderes Museum den Rang und die Vielseitigkeit des musealen Lebens im KHM. Das KHM ist ein national und international gesuchter Partner."

Das Kuratorium unter der Leitung von Sektionschef Dr. Rudolf Wran, dem mit Generaldirektor Dkfm. Peter Püspök auch ein anerkannter Experte aus der Privatwirtschaft und mit Univ.-Prof. Dr. Theo Öhlinger ein anerkannter Jurist angehören, stellt fest, dass es eine erfolgreiche Gesamtentwicklung des KHM gibt. "Es gibt keine Veranlassung, an der Beurteilung dieser anerkannten Experten zu zweifeln", stellt Bildungsministerin Gehrer klar.

RH beanstandet finanztechnische und buchhalterische Fragen
Bei der Überprüfung durch den Rechnungshof ist gegen den Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums kein Vorwurf einer persönlichen Bereicherung oder eines wirtschaftlichen Fehlverhaltens festgestellt worden. Der Rechungshof hat allerdings finanztechnische und buchhalterische Fragen beanstandet. "Es wird wohl keinen Bundesbereich geben, wo nach den strengen Prüfungen des Rechungshofes keine Beanstandungen zu vermerken sind. Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt, die Anregungen aufgreift und Verbesserungsmaßnahmen zügig umsetzt", so Gehrer.

Empfehlungen des Rechnungshofes werden umgesetzt
Die Kritikpunkte des Rechnungshofes wurden von Anfang an ernst genommen. Das KHM ergriff bereits auf Grund des Rohberichts Maßnahmen, um entsprechende Verbesserungen vorzunehmen. So wurde eine Reihe von Anregungen des Rechnungshofrohberichtes in der Zwischenzeit bereits umgesetzt, wie etwa die Auflassung des Palais Harrach aus rein wirtschaftlichen Gründen, die Kündigung der Versicherung für die Sammlungsobjekte oder die Verbesserung bei der Dokumentation der Repräsentationsspesen. Ministerin Gehrer: "Ich hoffe, dass der Bericht des Rechungshofes so schnell wie möglich im Rechnungshofausschuss behandelt wird, damit er in einer sachlichen Diskussion möglichst bald auch auf parlamentarischer Ebene abgeschlossen werden kann".

Größe des KHM braucht 4-Augen-Prinzip
Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hat das Kuratorium des Kunsthistorischen Museums als zuständiges Aufsichtsorgan aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung des Vier-Augen-Prinzips zu setzen. Das KHM hat sich seit der Eingliederung des Theatermuseums und des Völkerkundemuseums zu einem Unternehmen entwickelt, das aufgrund seiner Größe ein Vier-Augen-Prinzip, z.B. mit einem künstlerischen und einem wirtschaftlichen Direktor nach dem Modell der Bundestheater rechtfertigt. Die interne Revision soll durch eine regelmäßige Berichtspflicht bis hin zum Kuratorium verbessert werden. Wie bei den Bundestheatern soll der künstlerische Geschäftsführer ein Dirimierungsrecht haben.

"Bei den Bundestheatern hat sich dieses Modell bewährt. Die Installierung in den großen Museen kann ebenso wie bei den Bundestheatern einen Beitrag zur Entlastung der Geschäftsführung in wirtschaftlichen Fragen darstellen", so Gehrer.

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