Stadt Wien sucht Pflegeeltern

Wien (OTS) - 1.114 Wiener Kinder leben in insgesamt 943 Pflegefamilien. Davon sind 439 Kinder/Jugendliche bei 364 Wiener Pflegeeltern und 675 Kinder/Jugendliche bei 579 Familien in den Bundesländern, vorwiegend in Niederösterreich und dem Burgenland, untergebracht. Obwohl die erste Werbeaktion der MAG ELF für Pflegeeltern erfolgreich war, warten weitere Kinder aus schwierigen Lebenssituationen auf Pflegeeltern. "Ich bin stolz darauf, dass sich in Wien bei unserer letzten Aktion 40 Paare dazu entschlossen haben, Pflegeeltern zu werden. Ich hoffe, dass die neue Werbeinitiative der MAG ELF wiederum Menschen für diese Aufgabe motivieren kann," so Vizebürgermeisterin Grete Laska. Deshalb wirbt die MAG ELF jetzt auf Plakaten, in Inseraten und im Rahmen von Medienkooperationen um neue Pflegeeltern. Parallel dazu gibt es eine neue Info-Mappe für all jene, die sich dieser Herausforderung schon gestellt haben. Der "Begleiter" enthält wichtige Informationen über Rechtsfragen, Finanzielles, Fortbildung, Anstellung, Psychotherapie für Pflegekinder, bis hin zu Erziehungsfragen und Informationen über unterstützende Angebote.

Was ist ein Pflegekind?

Pflegekinder haben eine Herkunftsfamilie, die auf Grund verschiedener Probleme und in Krisensituationen ausfällt. Das Wohl des Kindes ist bei den leiblichen Eltern nicht mehr gesichert. Beim "Start" in der Pflegefamilie ist - im Gegensatz zur Adoption - meist unsicher, wie lange Zeit das Kind in der Pflegefamilie bleiben wird. Denn trotz der Schwierigkeiten und Probleme bestehen die Kontakte zwischen Kind und biologischer Familie weiter. Das bedeutet auch, dass die Eltern das Kind regelmäßig besuchen können. Die leiblichen Eltern können - wenn sich ihre Lebenssituation positiv verändert -beantragen, dass das Kind in ihre Obsorge zurückgegeben wird.

Welche Voraussetzungen müssen Pflegeeltern haben?

Pflegeeltern sollten höchst tolerant und flexibel sein und es sollte ihnen von Anfang an bewusst sein, dass sie möglicherweise nur vorübergehend wichtige Wegbegleiter des Kindes sind. Es ist wichtig, dass sie sehr offen und verständnisvoll gegenüber Menschen sind, die ganz anders leben als sie selbst. Pflegeeltern müssen eine hohe Kooperationsbereitschaft gegenüber der MAG ELF zeigen, lernbereit und interessiert an Weiterbildung sein. Was allen Pflegeeltern sicher ist, ist eine gute Vorbereitung und eine professionelle Begleitung des Amtes für Jugend und Familie. Dazu gehören:

o Besuch des Vorbereitungsseminars und eines Vertiefungsseminars
o Erteilung der behördlichen "Pflegebewilligung"
o Besuch von Fortbildungsveranstaltungen nach Aufnahme eines Pflegekindes
o Spezielle Angebote und Programme für angestellte Pflegeeltern
und Krisenpflegeeltern
o Individuelle und persönliche Beratung, Unterstützung und Begleitung des Pflegeverhältnisses

Pflegeeltern erhalten als Unterhaltsleistung für das Kind Pflegeelterngeld und die staatliche Familienbeihilfe. Angestellte Pflegepersonen erhalten für ein bestimmtes Beschäftigungsausmaß ein Entgelt knapp über der Geringfügigkeitsgrenze und sind voll sozialversichert. Derzeit sind in Wien rund 100 Pflegepersonen angestellt.

Um 66 % mehr Kinder wurden von Pflegeeltern in Wien aufgenommen

Die erste Werbeaktion für Pflegeeltern der MAG ELF von Herbst 2003 bis Juni 2004 war erfolgreich: 700 Menschen informierten sich, 40 neue Pflegefamilien wurden gefunden, bereits tätige Pflegeeltern nahmen ein weiteres Kind auf - insgesamt 105 Wiener Kinder konnten im Jahr 2004 bei Pflegeeltern in Wien oder in anderen Bundesländern untergebracht werden. Das sind um 36 % mehr als im Vorjahr. Die Steigerung bei den Kindern, die bei Pflegeeltern in Wien Aufnahme fanden, betrug gar 66 %. 32 Krisenpflegefamilien betreuten im Jahr 2004 insgesamt 123 Kinder. "Insbesondere Wiener Pflegeeltern werden weiterhin gebraucht, damit Wiener Kinder in ihrer Heimatstadt bleiben können und der Kontakt mit ihrer Herkunftsfamilie erleichtert wird", appelliert Grete Laska.

o Weitere Informationen:
http://www.pflegemama.at/ oder http://www.pflegepapa.at/

(Schluss) spe/kop

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Elisabeth Köpl
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