Umweltdachverband zum internationalen Tag der Biodiversität: Stopp dem Artenverlust!

- Volle Konzentration auf UN-Ziel "Countdown 2010 - Halt the Loss" - Nachhaltige Schutzmaßnahmen endlich in Angriff nehmen

Wien (OTS) - Die biologische Vielfalt ist unsere
Lebensversicherung für eine sich verändernde Welt: Unter diesem Motto findet am Sonntag, 22. Mai, der diesjährige internationale Tag der Biodiversität statt. "Es ist schade, dass dieser Tag, an dem der biologische Reichtum im Mittelpunkt steht, in Österreich viel zu wenig propagiert wird. Genauso bedenklich ist es, dass sein Inhalt -der Schutz der biologischen Vielfalt - allzu häufig missachtet wird", so Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Dass Österreich in Sachen Biodiversität im globalen Verlustszenario -weltweit ist jedes vierte Säugetier vom Aussterben bedroht! - keine Insel der Seligen ist, beweisen allein schon die nackten Zahlen: Von den rund 3.000 wild wachsenden heimischen Pflanzenarten sind ca. 40 Prozent, von den 97 Säugetierarten ist rund die Hälfte auf der "Roten Liste" zu finden. Ganz ähnlich ist die Lage hinsichtlich der Biotope:
von 61 verschiedenen Grünlandtypen sind mehr als 90 % gefährdet. Faktum ist daher: Der biologische Reichtum in Österreich schwindet -ein Verlust, der im gesamten Netzwerk der Biodiversität auch uns Menschen trifft. "Organisationen wie die Welt-Naturschutz-Organisation IUCN haben die Initiative ,Countdown 2010 - Halt the Loss of Biodiversity’ im neuen Jahrtausend gestartet. Zu deren Ziel, dem Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 Einhalt zu gebieten, haben sich auch die Europäische Union und Österreich bekannt. Den Worten müssen aber endlich Taten folgen, sonst kommt der Artenschutz in unserem Land über Lippenbekenntnisse nicht hinaus", so Heilingbrunner.

Politik muss endlich handeln

Effektive und nachhaltige Schutzmaßnahmen sind in der Alpenrepublik leider immer noch Mangelware. Fest steht auch, dass geltende Schutzverpflichtungen - die sich etwa aus den EU-Naturschutzrichtlinien oder aus internationalen Konventionen, wie der Biodiversitäts-, Alpen- oder Ramsar-Konvention ergeben - nicht erfüllt werden. "Zur Erhaltung der Vielfalt mangelt es auf allen Ebenen an fachkundigem Personal, an Finanzmitteln und vor allem am politischen Willen. Denn im Alltagsgeschäft der Politik erweisen sich die wohlmeinenden Wortspenden zum Artenschutz allzu oft als Lippenbekenntnisse", konstatiert Heilingbrunner.

Die Versprechungen, sich für einen umfassenden Schutz von Arten-, Lebensräumen und Genpools einzusetzen halten der Überprüfung in der Realität häufig nicht stand. Auch Wien ist in diesem Fall, wie ein aktuelles Beispiel beweist, leider keineswegs anders: "Die Wiener Stadtregierung, die sich einerseits so vorbildhaft für die Etablierung des Biosphärenparks Wienerwald engagiert, ist am Laaer Berg drauf und dran, einen der schönsten und letzten Lebensräume des Ziesels zu vernichten. Das ist mir völlig unverständlich", so Heilingbrunner. Das stark gefährdete possierliche Nagetier, Spermophilus citellus, steht unter internationalem Naturschutz und ist auch durch die Fauna-Flora-Habitat Richtline (FFH-RL) der EU geschützt. "Wenn (bau-)wirtschaftliche Interessen über internationalen Naturschutzbestimmungen stehen, stellt das dem Willen zum Artenschutz kein gutes Zeugnis aus", sagt Heilingbrunner.
Fazit: Um das hochgesteckte Ziel "Stopp dem Artenverlust" zu erreichen, braucht es nicht nur vielfältige Ideen, Anstrengungen und Geld, sondern auch den Mut, bei vermeintlich kleinen und unscheinbaren Fällen zu reagieren - und zwar sofort! Nur mit einem wachen Bewusstsein und der entsprechenden Behutsamkeit für die Vielfalt der Arten und Lebensräume kann es gelingen, den Verlust der Vielfalt zu stoppen.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband, Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident,
Tel. 0664/38 18 462.
Mag. Birgit Hauhart, Projektleiterin Countdown 2010,
Tel. 01/40 113-47,
Dr. Sylvia Steinbauer, Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 01/40 113-21,
E-mail: sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

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