ORF-Bilanz: "Schwarze Null" für 2004

Wien (OTS) - Nach dem vorläufigen Jahresabschluss des ORF 2004,
der am 15. Juni 2005 dem Stiftungsrat vorgelegt wird, hat der ORF das Geschäftsjahr 2004 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf plus 1,2 Mio. Euro. Erreicht wurde dieses Ergebnis, obwohl wichtige Strukturmaßnahmen wie die Umstellung von rund 1.000 freien Mitarbeitern auf Angestellte und die Auslagerung von mehreren Unternehmensbereichen durchgeführt wurden. Insgesamt wurde der Personalstand des ORF (inklusive freier Mitarbeiter) um rund 400 Vollzeitäquivalente reduziert, wovon rund 200 nunmehr in ausgelagerten Einheiten entweder bei Tochter- oder Fremdfirmen beschäftigt sind.

Umsatzerlöse um 4,7 Prozent gestiegen

Die Umsatzerlöse des ORF sind um 4,7 Prozent von 837,3 Mio. Euro auf 876,5 Mio. Euro gestiegen. Hauptverantwortlich dafür sind die Programmentgelte, die zum 1.1.2004 erstmals wieder seit 1998 (unter der Inflationsrate) valorisiert wurden. Die Erlöse aus Programmentgelten stiegen um 10,5 Prozent von 402,3 Mio. Euro auf 444,5 Mio. Euro. Rund 10 Mio. Euro sind auf das erfolgreiche Einhebungsmanagement der GIS zurückzuführen, das zu einem Anstieg der Kombiteilnehmer um rund 72.000 auf 2,65 Mio. geführt hat.

Mit den höheren Erlösen aus Programmentgelten wurden unter anderem folgende wesentliche Projekte finanziert:

Erhöhung des Auftragsvolumens an die österreichische Filmwirtschaft, unverschlüsselte Ausstrahlung von ORF 2 ("ORF 2 Free to Air") über Digitalsatellit, zusätzliche Initiativen im Bereich der Gebärdensprache und bei den Volksgruppenradios.

Die Werbeerlöse konnten trotz des unverändert schwierigen Wettbewerbs- und Konjunkturumfelds mit 312,1 Mio. Euro (Vorjahr:
312,4 Mio. Euro) konstant gehalten werden, ebenso die sonstigen Umsatzerlöse. Einbußen bei den Kooperationserlösen im Fernsehen auf Grund der restriktiven Spruchpraxis des Bundeskommunikationssenats wurden unter anderem durch verstärkte Programmverkäufe an andere Rundfunkunternehmen kompensiert.

Operativer Personalaufwand gesenkt

Der operative Personalaufwand konnte trotz der jährlichen kollektivvertraglichen Valorisierung durch Reduktion des Personalstands gegenüber dem Vorjahr um 8,7 Mio. Euro auf 345,5 Mio. Euro gesenkt werden. Der Personalstand (Vollzeitäquivalente) wurde von 4.094 auf 3.700 gesenkt.

Einmaleffekte

Auf Grund eines Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofs vom 23.4.2004 hinsichtlich der Ankündigungsabgabe auf Mittlerprovisionen aus den Jahren 1993 bis 2000 konnte der ORF im Jahr 2004 die dafür gebildete Rückstellung in Höhe von 39,6 Mio. Euro auflösen. Dieser Betrag wurde zur Finanzierung von einmaligen bilanziellen Maßnahmen, wie dem Vorziehen der Reduktion des Rechnungszinssatzes im Sozialkapital (auf 4 Prozent gemäß Fachgutachten der Wirtschaftstreuhänder) und zur Entlastung des Programmvorrats, sowie für vorgezogene Bauprojekte verwendet.

Ausgeglichenes Ergebnis, Eigenmittel leicht gestiegen

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beträgt plus 1,2 Mio. Euro (Vorjahr: plus 5,2 Mio. Euro). Der Bilanzgewinn ist auf 6,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro) gestiegen. Dadurch hat sich die Eigenmittelquote von 30,5 Prozent auf 30,7 Prozent erhöht.

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