Italien: Trotz Rezession gute Geschäftschancen für Österreich

Der Verlust an Konkurrenzfähigkeit von Seiten italienischer Mitbewerber verbessert zugleich die Chancen österreichischer Anbieter

Wien (PWK350) - Die italienische Öffentlichkeit war in letzter
Zeit regelmäßig mit negativen Meldungen über die Wirtschaftsentwicklung des Landes, den Verlust an internationaler Konkurrenzfähigkeit und den mangelnden Konjunkturaufschwung konfrontiert. Dennoch hat die Nachricht, das Land befinde sich nach zwei Quartalen in der Rezession (-0,4 % im 4. Quartal 2004 und -0,5 % im 1. Quartal 2005), wie eine Bombe eingeschlagen.

Nach Ansicht von Wirtschaftsforschern liegen die Ursachen dafür in verschiedenen Schwächen des italienischen Wirtschaftssystems, die im Zusammenhang mit der Globalisierung verstärkt zu Tage treten: Jene Sektoren, in denen Italien bisher stark vertreten war, sind von der Konkurrenz vor allem aus Fernost besonders stark betroffen. So ist die Produktion von Bekleidung in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 11%, jene von Schuhen sogar um 16,6% geschrumpft! Der Rückgang der Automobilerzeugung um 10% verstärkt die Zweifel über die Zukunft Turins als Produktionsstandort.

Für österreichische Unternehmen kann der Verlauf der weiteren Entwicklung Italiens nicht gleichgültig sein; zu stark ist die Verflechtung mit dem zweitgrößten Handelspartner. "Es wäre aber vollkommen falsch, die Entwicklung aus österreichischer Sicht nur negativ zu sehen", sagt Michael Pötscher, österreichischer Handelsdelegierter in Mailand. "Auch wenn sich die Gesamtnachfrage etwas abschwächen sollte, bleibt Italien eine der großen europäischen Volkswirtschaften mit entsprechendem Bedarf an Vormaterialien, mit Interesse an qualitativ hochwertigen Produkten und mit der finanziellen Stärke, auch dafür zu bezahlen." Der Verlust an Konkurrenzfähigkeit von Seiten italienischer Mitbewerber verbessere zugleich die Chancen österreichischer Anbieter, nicht nur international, sondern auch auf dem italienischen Markt.

Vergleiche zeigen, dass die Möglichkeiten Österreichs in Italien bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind: während die Schweiz einen Anteil von 3,3% an den italienischen Gesamtimporten hält, Belgien bei 4,4% und die Niederlande bei 5,8% liegen, beträgt der österreichische Anteil an den italienischen Einfuhren nur 2,6%. "Auch wenn die Lieferungen von Konsumgütern und Fertigwaren nach Italien in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, liegt unser Anteil im Vergleich mit Exporten in andere Länder wesentlich niedriger. Die Steigerungen infolge einer Werbekampagne beim traditionell wichtigsten Lieferprodukt Österreichs nach Italien - Holz - zeigen, dass sich sogar bei einem Marktanteil von über 60% der Importe Bemühungen lohnen", so Pötscher abschließend. (BS)

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