"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Feier-Tage" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 17.05.2005

Wien (OTS) - Der Mai ist heuer gleich mehrfach ein Monat der Feier-Tage: Am Pfingstsonntag hat die Regierung im Belvedere 50 Jahre Staatsvertrag und dabei gleich auch sich selbst gefeiert. Erstmals wurde aus diesem Anlass eine Ansprache des Bundeskanzlers über beide Kanäle des öffentlich-rechtlichen Fernsehens übertragen.
Dieses Privileg war bisher aus gutem Grund dem Zugriff der Parteien entzogen und dem Bundespräsidenten vorbehalten. Ein Schelm, wer da an vorgezogene Neuwahlen am 9. Oktober und an Liebedienerei des ORF denkt.
Zu feiern gibt es aber auch sonst genug im Wonnemonat: Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam bescheren uns gleich drei zusätzliche arbeitsfreie Tage; wäre der 1. Mai heuer nicht auf einen Sonntag gefallen, hätten wir inklusive Wochenenden gar zwölf von 31 Tagen frei gehabt.
Können wir uns das leisten? Deutschland diskutiert darüber, in Frankreich hat die Regierung schon entschieden: Dort wurde heuer am Pfingstmontag erstmals gearbeitet, um das staatliche Sozialsystem finanziell aufzupäppeln.
Österreich sind solche Überlegungen noch fremd. Aber wenn wir schon in einem Gedenkjahr sind, das laut Regierung ja auch ein "Gedankenjahr" sein soll, können wir bei Gelegenheit auch über die Wechselwirkung von Arbeitszeit, Wohlstand und Vollbeschäftigung nachdenken.

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