Neun AK Tipps, damit der Ferialjob kein Flop wird

Grundsätzlich gilt: Vorher genau fragen, während des Ferialjobs genaue Aufzeichnungen führen und nachher nichts Kleingedrucktes einfach so unterschreiben

Wien (OTS) - 130.000 Schülerinnen und Schüler machen jedes Jahr im Sommer einen Ferialjob. Die meisten, weil sie das Geld brauchen. 80.000 Schülerinnen und Schüler von berufsbildenden mittleren und höheren Schulen müssen aber ein Pflichtpraktikum machen. "Egal, ob Pflichtpraktikum oder Ferialjob für’s Taschengeld: Für viele Junge kommt oft nachher das böse Erwachen, weil sie viel weniger verdient haben, als sie erhofft hatten", sagt AK Arbeitsrechtsexperte Kurt Retzer, "vorher fragen zahlt sich daher auf jeden Fall aus und mit den AK Tipps sollte der Ferialjob klappen." Grundsätzlich gilt:
Ferialjobber sind so genannte "FerialarbeitnehmerInnen" und für sie gelten bei Bezahlung, Arbeitszeit und Kündigungsschutz die "normalen" arbeitsrechtlichen Vorschriften - für die Bezahlung zumindest der Kollektivvertragslohn. Bei Fehlen einer derartigen Grundlage gilt, was entsprechend ortsüblicher Entlohnung vereinbart wird. Als Faustregel kann gelten: 800 bis 1.000 Euro brutto sollte der Ferialjob auf jeden Fall bringen. "Vor Jobantritt sollten Arbeitszeit und Entlohnung, aber auch die Art der Tätigkeit, unbedingt in einem Vertrag schriftlich fixiert werden", rät AK Experte Kurt Retzer, "während des Ferialjobs empfehlen wir genaue Arbeitsaufzeichnungen. Und wenn es Probleme gibt, dann helfen Betriebsrat, Gewerkschaft oder Arbeiterkammer." Alle AK Tipps zum Thema Ferialjob auf www.arbeiterkammer.at.

Tipps vor Antritt des Ferialjobs

1. Genaue Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung oder des Praktikums, Arbeitszeit, Entlohnung, eventuell Kost und Quartier sowie einen etwaigen Abzug für Kost oder Quartier in einem Arbeitsvertrag oder PflichtpraktikantInnenvertrag schriftlich vereinbaren.

2. Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit vereinbaren und, falls keine geregelte Arbeitszeit, die freien Tage im vorhinein festlegen. ACHTUNG: Überstunden für Jugendliche unter 18 Jahren sind nicht erlaubt!

Tipps während des Ferialjobs

3. Regelmäßig genaue Tätigkeitsaufzeichnungen und Aufzeichnungen über die tatsächliche Arbeitszeit führen und aufbewahren um - wenn nötig -die Art und Dauer des Arbeitseinsatzes nachweisen zu können.

4. Unrichtige Arbeitszeitaufzeichnungen nicht unterschreiben!

5. WICHTIG: Der Arbeitgeber muss den/die Ferialpraktikant/in unverzüglich bei der Gebietskrankenkasse anmelden und ihm/ihr umgehend eine Abschrift dieser Anmeldung aushändigen.

Tipps nach Ende des Ferialjobs

6. Keine - meist klein gedruckte - Verzichtserklärung unterschreiben!

7. Wenn zustehendes Entgelt nicht ausbezahlt wurde (z.B. Urlaubsersatzleistung, Überstundenentlohnung) soll der Arbeitgeber umgehend und schriftlich zur Nachzahlung aufgefordert werden. VORSICHT: Wer zu lange wartet, kann aufgrund von Verfallsbestimmungen Geld verlieren.

8. Wenn Lohnsteuer abgezogen wurde, obwohl keine Lohnsteuerpflicht vorliegt, kann diese innerhalb der nächsten fünf Jahre mit einem Lohnsteuerausgleich vom Finanzamt zurückverlangt werden ( Das "L 1"-Formular für die Arbeitnehmerveranlagung gibt’s auf jedem Finanzamt und zum download unter www.arbeiterkammer.at).

9. Wenn es zu Problemen kommt, so ist es sinnvoll umgehend mit dem Betriebsrat des Betriebs, mit der zuständigen Fachgewerkschaft oder Arbeiterkammer Kontakt aufzunehmen.

Hinweis: Alle AK Tipps für FerialjobberInnen und PflichtpraktikantInnen sowie Richtwerte, wieviel sie in den unterschiedlichen Branchen auf jeden Fall verdienen sollten, gibt’s auf www.arbeiterkammer.at

Rückfragen & Kontakt:

Peter Mitterhuber
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 0664/235 30 11
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

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