Cap und Muttonen: Nur mehr Gehrer steht hinter Seipel SPÖ ersucht Rechnungshofpräsident Moser um Prüfung der Saliera-Causa

Wien (SK) Nur mehr Ministerin Gehrer steht hinter dem umstrittenen Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, stellten der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap und SPÖ-Kultursprecherin Christa Muttonen Freitag im Anschluss an die Sitzung des Kulturausschusses fest. Der Antrag der SPÖ auf Abberufung Seipels wurde von ÖVP und BZÖ nämlich nicht abgelehnt, sondern - mit der Begründung man wolle noch den Rechnungshofbericht nächste Woche abwarten - nur vertagt. "Offensichtlich mehren sich auch in den Regierungsparteien die Zweifel an der Person Seipel, ansonsten hätten sie den Antrag einfach ablehnen können", so Cap und Muttonen. ****

Wie dringend nötig die Ablöse Seipels sei, um weiteren Schaden abzuwenden, habe sich in der Ausschussdebatte einmal mehr gezeigt. Kulturministerin Gehrer konnte oder wollte keine zufriedenstellende Auskunft geben, warum von Seipel bislang keine Forderungen an die Uniqua-Versicherung, bei der die Saliera versichert war, gestellt wurde. Sie blieb die Antworten auf die Fragen schuldig, ob die Versicherung überhaupt bereit ist zu zahlen, wie hoch eine eventuelle Zahlung wäre, selbst der Wert der Saliera konnte von ihr nicht beziffert werden. Offen ließ Gehrer auch, zu welchem Ergebnis die Finanzprokuratur bei ihrer Prüfung kam, ob ein Anspruch des Museums gegenüber der Versicherung besteht bzw. ob dieser Anspruch bewiesen werden könne. "Ministerin Gehrer errichtete eine Nebelwand von Ausflüchten, um, aus welchen Gründen auch immer, Direktor Seipel zu schützen. Mit dieser Vorgangsweise verquickt sie aber ihr politisches Schicksal mit dem Schicksal Seipels - was jene Theorie unterstützt, wonach Gehrer schon sehr amtsmüde ist", stellten Cap und Muttonen fest.

Muttonen kündigte aufgrund der vielen Ungereimtheiten, Unklarheiten und Widersprüche weiters an, an Rechnungshofpräsidenten Moser eine Sachverhaltsdarstellung mit den Fakten und den Aussagen Gehrers im Ausschuss zu übermitteln und ihn zu ersuchen, eine Prüfung der Vorkommnisse rund um den Diebstahl der Saliera, vor allem auch was die Versicherungsproblematik angehe, einzuleiten. Es müsse geklärt werden, ob hier verantwortungsbewusst mit dem Eigentum der Republik umgegangen wurde und werde. (Schluss) wf/mp

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