Fall der 2/3 Mehrheit: Lang verzögerte Reformen jetzt!

Schülerunion für Qualitätsentwicklung und Neuregelung der Verhaltensvereinbarungen

Wien (OTS) - "Der Fall der 2/3 Mehrheit ist ein großer Erfolg für uns und ein Fortschritt in Österreichs Bildungspolitik. Wir haben das ja schon Jahre lang gefordert, endlich haben auch die Politiker aller Parteien die Wichtigkeit dessen erkannt", freut sich Jürgen Stöttinger, Bundesobmann der Schülerunion und verlang die schnelle Umsetzung lang verhinderter Reformen. Konkret geht es darum, die Qualitätsentwicklung an den Schulen zu verbessern, bei Verhaltensvereinbarungen Schutz für Schülerinnen und Schüler zu schaffen und eine Zusammenlegung des Maturajahres auf nur ein Semester.

"Aus 2 mach 1" ist eine langjährige Forderung der Schülerunion, in der verlangt wird, dass im Maturajahr die beiden Semester zu einem verschmelzen und die Schulnachricht am Ende des ersten Semesters wegfällt. Das hat den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler jene Prüfungen und Schularbeiten, die sie während der wenigen Wochen des zweiten Semesters bewältigen müssten, schon teilweise im ersten Semester abhalten könnten. In der Folge würde der Stress, dem die Schülerinnen und Schüler vor der schriftlichen Reifeprüfung ausgesetzt sind, verringert. An vielen Schulen gibt es bereits seit mehreren Jahren Schulversuche zu diesem Modell und es findet überall positive Resonanz. Die Schülerunion will nun, dass ihre Forderung "Aus 2 mach 1" neben den anderen von ihnen bereits durchgesetzten Forderungen aus ihrem Bildungsprogramm in eines der Schulpakete aufgenommen wird.

Qualitätsentwicklung an Schulen und transparente Notengebung

"Feedback von Schülerinnen und Schülern an die Lehrpersonen ist eine hervorragende Methode, um die Qualität des Unterrichts zu steigern", ist Stöttinger überzeugt. Doch das ist erst der Anfang. Lehrerinnen und Lehrer, denen über einen längeren Zeitraum hinweg ein schlechtes Zeugnis ausgestellt wird, müssen sich in den schlecht bewerteten Bereichen fortbilden. Verbessert sich die Unterrichtsleistung der betroffenen Lehrkraft nach gezielter Fortbildung weiterhin nicht, kann es in Extremfällen sogar zu Kündigungen kommen. Eine transparente und faire Notengebung will die Schülerunion durch Klassenverträge und gemeinsam fixierte Bewertungskriterien sicherstellen. "Für die Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, zu wissen, wie sehr Hausübungen, Schularbeiten oder Mitarbeit bewertet werden. Nur wenn das von vorne herein klar geregelt ist, kann eine faire Notengebung und in der Folge ein positiver Zugang zu Leistung und deren Bewertung gefunden werden", erklärt Stöttinger.

Schülerinnen und Schüler vor ungewollten Verhaltensvereinbarungen schützen

Derzeit können Verhaltensvereinbarungen an Schulen mit einer einfachen Mehrheit im Schulgemeinschaftsausschuss (SGA), dem Gremium in dem Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter gemeinsam mit dem Direktor jeder Schule vertreten sind, beschlossen werden. Die Schülerunion fordert, dass die Verhaltensvereinbarungen in Zukunft eine 2/3 Mehrheit im SGA finden müssen, um in Kraft zu treten. Das hat den Vorteil, dass nicht über die Köpfe der Schülerinnen und Schüler hinweg "schlechte" Vereinbarungen getroffen werden können. "Es muss sichergestellt werden, dass Verhaltensvereinbarungen, die zuvor mit einfacher Mehrheit beschlossen wurden, nicht zum Hemmschuh werden, weil keine Erforderliche 2/3 Mehrheit zustande kommt, um sie abzuändern. Hier muss sich die Politik eine rechtlich tragbare Lösung einfallen lassen", fordert Bundesobmann Stöttinger und pocht auf eine rasche Umsetzung.

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Jürgen Stöttinger, Bundesobmann, 0699 140 120 60,
juergen@schuelerunion.at
Astrid Maier, Pressesprecherin, 0699 140 120 44,
astrid@schuelerunion.at

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