ORF-Stiftungsrat Strobl verwundert über die Polemik von Chefredakteur Mück

Mück soll endlich sachliche Fragen zur "4-min-Affäre" am Samstag beantworten

Wien (OTS) - "Ich finde es schon in hohem Maße erstaunlich, dass man eine derart
polemische Antwort bekommt, wenn man sachliche Fragen stellt", zeigt sich ORF-Stiftungsrat Pius Strobl von den Vorwürfen des ORF-Chefredakteurs Werner Mück an den Bundessprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen, verwundert. "Statt zu erklären, warum dem Bundeskanzler einfach 4 Minuten Sendezeit geschenkt werden, reagiert der Chefredakteur wehleidig und geht in eine Mimosenstellung, die gar nicht zum stolzen Herrn der ORF-Information passt".
Für Strobl ist dringendst Aufklärungsbedarf gegeben. "Diese Werbesendung des Bundeskanzlers kostet die GebührenzahlerInnen immerhin rund 100.000 Euro (mehr als 1.3 Millionen Schilling) da muss sich die ORF-Geschäftsführung und der Chefredakteur schon Fragen gefallen lassen", so Strobl, der darauf verweist, dass die Beantwortung seitens des ORF-Managements immer noch aussteht. "Ich frage daher noch einmal: Wer hat entschieden, dass diese Gratis-Werbesendung für die ÖVP am Samstag ausgestrahlt wird? Wer hatte die Idee dazu, war das die ÖVP oder Chefredakteur Mück selbst? Wurden die zuständigen Mitglieder der ORF-Geschäftsführung eingebunden oder ausgebootet? Und wurde das eigentlich mit der Präsidentschaftskanzlei ausgemacht (- wie vom ORF kolportiert), ja oder nein?"
Der von den Grünen nominierte ORF-Stiftungsrat appelliert an Chefredakteur Mück, sich in seinen Aussagen zu mäßigen und stattdessen endlich klar die gestellten Fragen zu beantworten. "Das kann ja nicht zuviel verlangt sein. Diese ´4-Minuten-Affäre´ der "Sondersendung Schüssel" verlangt dringend nach Aufklärung. Das ist der ORF seinen GebührenzahlerInnen einfach schuldig.
Mück befindet sich im offenkundigen Widerspruch zu den Redakteuren des Hauses, die im Zusammenhang mit der Gratis-Werbesendung von einer fatalen Fehlentscheidung gesprochen haben, die jedem Objektivitätsgrundsatz spottet.
Schade, dass jemand, mit der journalistischen Vergangenheit Mücks sich zu einer Werbesendung des "Klingenden ÖVP-Pressedienstes hergibt" schließt Strobl.

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