Präs. Mag. Gumpinger zum Internationalen Tag der Familie: Was Familien wirklich brauchen, sind in 1. Linie nicht mehr, sondern flexiblere und individuell gestaltbare Kinderbetreuungsangebote

Linz (OTS) - Es ist rechnerisch unhaltbar, dass der Lückenschluß bei den Kinderbetreuungsplätzen immer heftiger mit Phantasiezahlen eingefordert wird, obwohl immer weniger Kinder geboren werden, sagte der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai.

Zur Erinnerung: 2002 gab es nur noch ca. 250.000 Kinder im Kindergartenalter von drei bis fünf Jahren- ein Minus von 12 % gegenüber 1997. Trotzdem werden Österreichweit 85% der Kinder dieser Altersgruppe im Kindergarten betreut.

Auch bei den 0 bis 2 jährigen haben sich die Besuchsanteile deutlich erhöht. So waren 1997 jedes 18.Kind dieser Alterskategorie in einem Kindertagesheim, 2002 war bereits jedes 11. Kind außerhäuslich betreut, Tendenz weiter steigend. Ebenso verhält es sich bei der Nachmittagsbetreuung von Volksschulkindern (1997: jedes 15. Kind und 2002 jedes 12. Kind).

Außerdem sei zu bedenken, so Gumpinger, dass den Bevölkerungsprognosen gemäß in fünf Jahren 11.000 Kinder weniger zu betreuen sein werden, es also zu einem Überangebot an Kinderbetreuungsplätzen kommen wird, was schon heute in einzelnen Kindergärten und -krippen zu Gruppenschließungen geführt hat.

Diese Zahlen dokumentieren eindrucksvoll, dass das Problem Kinderbetreuung nicht mit dem Rechenstift zu lösen ist. Was Eltern wirklich brauchen, so der Präsident des österreichischen Familienbundes, sind individuelle an die jeweilige Lebenssituation der Familie angepasste Kinderbetreuungsangebote. Flexibilität bei täglichen Betreuungszeiten sind ebenso zu fördern wie die Möglichkeit nach nur tageweiser Betreuung.

Aber auch dem immer stärker werdenden Wunsch von Eltern mit Kindern unter drei Jahren nach häuslicher Kinderbetreuung muss verstärkt Rechnung getragen werden. Das Angebot an mobilen Tagesmüttern, Babysittern aber auch an Au-pairkräften, wie sie der Zweckverein des Österreichischen Familienbundes, Family Business, www.kinderbetreuung.at, seit vier Jahren sehr erfolgreich vermittelt, muss flächendeckend ausgebaut werden. Ebenso müsse an einer Weiterentwicklung des Dienstleistungsschecks für die Kinderbetreuung gearbeitet werden und Modelle zur steuerlichen Berücksichtung von Kinderbetreuungskosten erarbeitet werden.

Das Modell der "Frau in der Wirtschaft", wonach bis zu 10% der Aufwendungen für Haushalts- und Betreuungshilfen mit einer maximalen Deckelung von 783 Euro der Einkommensteuer, bzw. Lohnsteuer als Prämie gutgeschrieben werden können, ist zu diskutieren, forderte Gumpinger abschließend mehr Innovation bei der Kinderbetreuung ein.

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