Die Johanniter zur geplanten Zivildienstreform

Wien (OTS) - Die Johanniter-Unfall-Hilfe nahm im Begutachtungsverfahren mit Sorge dazu Stellung, dass der Zivildienst für Bürger aus dem EWR-Raum uneingeschränkt geöffnet werden soll:
"Der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, DI. Johannes Bucher zeigt sich verwundert, dass im Zuge der EU-Osterweiterung der Zugang zum Arbeitsmarkt aus den neuen EU-Ländern befristet beschränkt wurde, nun aber über den Umweg über den freiwilligen Zivildienst wieder geöffnet werden soll. Es ist zu erwarten, dass Menschen aus EU-Ostländern nicht nur aus ideellen Gründen Zivildienst in Österreich anstreben, sondern Ihnen die Vergütung und Sozialversicherung als Anreiz zu legaler Arbeit und Aufenthalt in Österreich reicht."

Unter dem verschärften Kostendruck im Gesundheits- und Sozialwesen könnten österreichische Anbieter die Chance nützen und freiwillige Zivildiener aus Ostländern einsetzen. Die Entwicklung im Pflegewesen in den letzten Jahren mit dubiosen Vereinen, die unter dem Deckmantel der Vereinsmitgliedschaft billige und oft mangelhaft ausgebildete Schwarzarbeitskräfte ins Land holen, bestätigt die Bedenken.

Präsident Bucher, der in 10 Tagen den Vorsitz von Johanniter International übernehmen wird, kritisiert, dass es in den Ostländern zu einem enormen Mangel an Pflegekräften kommt und in Österreich mehr und mehr Arbeitsplätze im Sozial- und Gesundheitsbereich verloren gehen. Johanniter International ist der im Jahr 2000 gegründete Zusammenschluss der Hilfswerke der Johanniterorden in Europa (www.johanniter.org).

Mit besonderer Sorge beobachtet Präsident Bucher die Zivildienstverkürzung. Die geplanten 9 Monate Zivildienstdauer stellen ein absolutes Minimum dar, um bei der gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildung den Einsatz von Zivildienern noch sinnvoll erscheinen zu lassen. Wenn es nicht gelingt, in Hinkunft genug Zivildiener zu finden, um den Personalausfall auszugleichen, ist mit beträchtlichen Mehrkosten für die Länder und Sozialversicherungen zu rechnen. Allein bei den Johannitern würden die Mehrkosten EUR 1,4 Mio. pro Jahr betragen. Bucher ruft alle Verantwortlichen auf, den Zivildienst in Hinkunft so attraktiv zu gestalten, das die benötigten Zuweisungen erfüllt werden können.

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Die Johanniter
Dr. Robert Brandstetter
Tel.: +43 676 83112810
Email: robert.brandstetter@johanniter.at
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