AK warnt vor drohenden Tariferhöhungen und Verschlechterung des Öffi-Angebots

Verkehrsministerium plant Verländerung des Nahverkehrs

Wien (OTS) - Das Verkehrsministerium plant, die gesamten Mittel
für den öffentlichen Nahverkehr zu verländern und den Ländern auch Bau, Erhaltung und Betrieb des regionalen Schienenetzes zu übertragen. "Statt den öffentlichen Nahverkehr zu attraktivieren, will die Regierung die Mittel einfrieren und den Ländern allein die Verantwortung aufbürden", kritisiert AK Verkehrsexpertin Doris Unfried heute, Freitag, bei der Enquete zur Neustrukturierung des öffentlichen Personennahverkehrs. Es sei ohnehin schon seit Jahren zu wenig Geld vom Bund für den Nahverkehr da. Das Konzept müsse radikal überarbeitet und die Finanzierungslücke dringend geschlossen werden, so Unfried.

Die Mittel des Bundes für den Nahverkehr sind knapp und werden von Jahr zu Jahr weiter gekürzt. Andererseits steigen die Ausgaben der Länder für den Nahverkehr überproportional stark an. "Seit 2000 mussten die Pendler in der Ostregion bereits sechsmal tiefer ins Geldbörsel greifen, die Fahrkarten wurden um bis zu 40 Prozent teurer", kritisiert Unfried bei der Enquete im Wiener Rathaus.

"Wenn künftig der Bund den Ländern das Geld für den Nahverkehr direkt in die Hand gibt, heißt das, dass sich der Bund zurückzieht, obwohl die Mittel zu knapp und zu viele Fragen noch offen sind", sagt Unfried. Da die Finanzierungslücke geschlossen werden müsse, seien weitere Tariferhöhungen zu befürchten, das Angebot drohe schlechter zu werden, und damit blieben wieder einmal die PendlerInnen auf der Strecke, so die AK Verkehrsexpertin. Die AK fordert daher eine breite Diskussion zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs ohne jeglichen Zeitdruck.

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