Biomasse für Entwicklung

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt auf alternative Energieträger

Wien (OTS) - (13. Mai 2005) Biomasse und alternative Energien bieten enorme Chancen für Entwicklungsländer. Die große Herausforderung für die Zukunft ist, die Nutzung von Biomasse durch moderne Technologien effizienter, sicherer und umweltschonender zu gestalten. Dies ist das Ergebnis des 5. Global Forum on Sustainable Energy (GFSE), das heute in Wien zu Ende geht. Im Rahmen dieses Forums diskutierten 160 internationale Experten in den letzten drei Tagen das Potenzial von Biomasse und alternativen Energien zur Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen in armen Ländern. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit setzt stark auf den Auf-und Ausbau alternativer Energieformen. Nicht zuletzt, weil Österreich als Weltmarktführer bei Biomasse-Technologien großes Know-how anzubieten hat.

- Zukunftsfaktor Biomasse -
Biomasse (Holz, Ernteabfälle, Holzkohle und Dung) zählt zu den wichtigsten Energiequellen weltweit. Ihre Nutzung hat viel Potenzial, ist aber auch mit Problemen verbunden.
Etwa ein Drittel aller Menschen ist auf Biomasse zum Heizen und Kochen angewiesen und hat keinen Zugang zu anderen Energieträgern, im südlichen Afrika hängen sogar 80 % der Bevölkerung von Biomasse ab. Weil moderne Methoden zur Biomasse-Nutzung fehlen, zahlen diese Menschen oft einen hohen Preis für die Nutzung von Biomasse: 1,6 Millionen Menschen, davon 1 Million Kinder, sterben jährlich an den Folgen von Rauch und Luftverschmutzung durch traditionelle Feuerstellen. Der steigende Biomasse-Bedarf führt mittelfristig außerdem zu gravierenden Umweltproblemen: Abholzung und Übernutzung der Wälder gefährden das ökologische Gleichgewicht in den wasserarmen Regionen und treiben damit die Verwüstung voran. "Von Menschen, die täglich ums Überleben kämpfen, können wir kein großes Umweltbewusstsein erwarten", so Rex Haylock von Biodiesel Technologies Tanzania. "Hier sind Experten und staatliche Stellen gefordert, den Menschen die Vorteile von moderner Biomasse-Nutzung verständlich zu erklären." Besim Islami von der Albanischen Energieagentur bringt eine übergeordnete politische Dimension ein:
"Durch erneuerbare Energieressourcen wie Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse können wir die Abhängigkeit vom Ölimporten verringern und eine Diversifizierung der Energiequellen erreichen. Das hilft den heimischen Unternehmen und hält die albanische Energiewirtschaft konkurrenzfähig. Außerdem können wir damit selbst die Bevölkerung sicher versorgen."

Nachhaltige Energiestrategien
Für die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) zählt die nachhaltige Energieversorgung zu den wichtigsten Voraussetzungen im Kampf gegen die Armut. "Funktionierende Energie-Dienstleistungen, Kühlungen, Beleuchtung, Mobilität etc. haben große Wirkung auf andere Bereiche, zum Beispiel Gesundheit, Wasserversorgung oder den Aufbau von Klein- und Mittelbetrieben", so Botschafterin Irene Freudenschuss-Reichl, Leiterin der OEZA und seit seiner Gründung "Convenor" des GFSE. Österreich setzt deshalb in der Entwicklungszusammenarbeit mit den ärmsten Ländern vor allem auf Energieversorgung mit Solartechnologie oder Wasserkraft. So sollen etwa im Himalaya-Königreich Bhutan bis zum Jahr 2020 alle Haushalte mit Elektrizität durch Wasserkraft versorgt werden. Die Elektrifizierung Bhutans hat bisher aber nur etwa 25 bis 35 % des Biomasse-Verbrauchs eingespart. Die OEZA hat daher zusätzlich mit der Entwicklung und Verbreitung von energiesparenden Öfen begonnen. Ähnliches gilt für Albanien und Mazedonien, wo die OEZA demnächst mit der Förderung von Klein- und Mittelbetrieben, die solarthermische Anlagen herstellen, beginnen wird. "Entwicklung braucht den Zugang zu Energie. Technologietransfer und Unternehmenspartnerschaften können hier viel bewirken. Gerade Österreich hat mit seiner Kompetenz in beiden Bereichen - Erneuerbare Energie und Entwicklungszusammenarbeit - viel zu bieten", erklärt Botschafterin Freudenschuss-Reichl.

Energie im Kampf gegen Armut
Das Globale Forum on Sustainable Energy (GFSE, www.gfse.at) wurde im Jahr 1999 auf Initiative des Außenministeriums gegründet. In der neutralen Plattform für Regierungsvertreter, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft aus aller Welt werden aktuelle Fragen rund um Energie und Nachhaltige Entwicklung diskutiert. Ziel ist, neue Wege zur umweltschonenden Energieversorgung von Entwicklungsländern zu finden und den Stellenwert von Energiefragen in der Entwicklungszusammenarbeit zu verstärken.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Christine Jantscher, Informationsbüro OEZA, Austrian Development Agency,Tel. 01/90399-400, christine.jantscher@ada.gv.at

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