Muttonen: Steuerzahler doppelt Geschädigter des Saliera-Raubs

Kulturausschuss behandelt morgen SPÖ-Antrag zu Seipel-Abberufung

Wien (SK) In seiner morgigen Sitzung wird der Kulturausschuss
den SPÖ-Entschließungsantrag über die Abberufung des Direktors der Kunsthistorischen Museums, Seipel, behandeln. Eine Abberufung, die angesichts der jüngst bekanntgewordenen Fakten, was die Versicherung der verschwundenen Saliera angehe, dringender denn je erscheine, wie SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ erklärte. Muttonen kündigte an, die zuständige Ministerin Gehrer in der morgigen Sitzung mit den Fragen zu konfrontieren, wieso bislang keine Versicherungsleistung der UNIQA-Versicherung erfolgt sei, ob dies daran liege, dass kein derartiger Anspruch angemeldet wurde und wenn dies der Fall sein sollte, warum dies bislang unterblieb. ****

Die im "profil" vom 9. Mai 2005 angegebene Begründung, das Kunsthistorische Museum habe keine Ansprüche geltend gemacht, weil die Saliera dann ja der Uniqua gehören würde, bezeichnete Muttonen als "hanebüchen". Es würde wohl kein Problem darstellen, mit der Versicherung im Falle des Auftauchens der Saliera einen Tausch Geld gegen Kunstwerk zu vereinbaren. "Was soll die Uniqua mit der Saliera machen - Frühstückseier salzen?", so Muttonen. Näher liege daher die, ebenfalls im "profil" kolportierte, Vermutung, Seipel habe auch zwei Jahre nach dem Diebstahl der Saliera deshalb keine Forderungen angemeldet, weil der Objektschutz derart lückenhaft war, dass die Versicherung ohnehin nicht zahlen würde. Damit entstünde aber dem Steuerzahler ein doppelter Schaden. Einmal sei aus Steuergeld die hohe Versicherungsprämie bezahlt worden und nun entgehen dem Kulturbudget, denn diesem würde die Versicherungsleistung zufließen, jene zumindest 36 Millionen Euro, auf die die Saliera 1996 versichert worden sei.

Damit stelle sich in weiterer Folge die aufzuklärende Frage, wer dafür die rechtliche Verantwortung trage und welche rechtlichen Konsequenzen daraus zu ziehen sein werden. "Ich bin gespannt, was uns Ministerin Gehrer morgen auf all diese Fragen antworten wird", so Muttonen, die abschließend die weitere Vorgangsweise der SPÖ von den Antworten Gehrers und vom Umgang der Regierungsparteien mit dem Abberufungs-Antrag der SPÖ gegen Seipel abhängig machte. (Schluss) cs/mp

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