Zwazl: Dienstleistungsscheck ohne steuerlicher Begünstigung zahnlos! Keine Vorteile für Mehrfachbelastung Familie, Beruf und Haushalt - Frau in der Wirtschaft fordert Betreuungsprämie

Wien (PWK347) - "Der Dienstleistungsscheck ist zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, um den "Arbeitsmarkt Haushalt" aus der Grauzone der Schwarzarbeit zu führen, als alleinige Maßnahme ist er aber zahnlos", bedauert Sonja Zwazl, Bundesvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft", der Unternehmerinnen-Vertretung der Wirtschaftskammer Österreich, die Beschlussfassung des Dienstleistungsschecks heute, Donnerstag, im Nationalrat. Die geplante Umsetzung des Schecks, der als Maßnahme zur besseren Vereinbarkeit der Mehrfachbelastung Familie, Beruf und Haushalt gedacht ist, mit Anfang nächsten Jahres habe einen schalen Beigeschmack und gehe derzeit an den Interessen der Frauen, die ihn in Anspruch nehmen wollen, vorbei, so Zwazl. "Deshalb fordern wir eine steuerliche Begünstigung von Betreuungs- und Haushaltshilfen als Teil des geplanten Schecks", so Zwazl.

"Kinderbetreuung kostet. Und eine Absetzbarkeit der Betreuungs-und Haushaltshilfen kommt denen zugute, die es am meisten brauchen:
Nämlich den vielen Unternehmerinnen mit Kleinst- und Kleinbetrieben und ihren Mitarbeiterinnen!", unterstreicht die Bundesvorsitzende. Auch die jüngst im Auftrag von "Frau in der Wirtschaft" (WKÖ) und BMWA veröffentlichte Studie "Unternehmerinnen in Österreich", bestätigt, dass Unternehmerinnen durch die Mehrfachbelastung Familie - Haushalt - Beruf stark beeinträchtigt sind und sieht als mögliche Lösung die Förderung von individuellen Betreuungsangeboten vor.

Aus diesem Grund stellt "Frau in der Wirtschaft" das Modell einer Betreuungsprämie vor, wonach bis zu 10 % der Aufwendungen für Haushalts- und Betreuungshilfen mit einer maximalen Deckelung von 783 Euro als Prämie gutgeschrieben werden sollen. "Die Prämie würde als Gutschrift auf dem Abgabenkonto verzeichnet und würde als Erstattung von der Einkommenssteuer vergleichbar mit der Bildungsprämie, der Investitionszuwachsprämie oder der Lehrlingsausbildungsprämie gelten", erklärt Zwazl das Modell der Betreuungsprämie anhand von drei Beispielen:

Gibt Frau A im Jahr 2.000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen aus, dann bekommt sie nach Variante 1 (10 % Prämie/max 783 Euro) 200 Euro (10 Prozent) auf ihrem Abgabenkonto gutgeschrieben. 2.000 Euro entsprechen 160 bis 250 Leistungsstunden also z.B. einer individuellen Kinderbetreuung für 3-4 Stunden pro Woche.

Gibt Frau B im Jahr 5.000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen aus, dann bekommt sie nach Variante 1 (10 % Prämie/max 783 Euro) 500 Euro (10 Prozent) auf ihrem Abgabenkonto gutgeschrieben. 5.000 Euro entsprechen 400 bis 600 Leistungsstunden, also z.B. einer individuellen Kinderbetreuung für 10 Stunden pro Woche.

Gibt Frau C 10.000 Euro aus, bekommt sie nicht 1.000 Euro, sondern den Maximalbetrag von 783 Euro gutgeschrieben. 10.000 Euro entsprechen 800 bis 1.250 Leistungsstunden, also z.B. einer individuellen Kinderbetreuung für 20 Stunden pro Woche.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist immer eine Frage des "Sich-Leisten-Könnens". Eine in dem momentanen Dienstleistungsscheck nicht vorgesehene - von Frau in der Wirtschaft angestrebte -steuerliche Begünstigung würde dazu beitragen, dass Haushalts- und Betreuungsdienstleistungen nicht aus Kostengründen selbst erbracht werden müssen, und es den Frauen möglich machen, die volle Arbeitskraft auf ihre selbstständige bzw. nichtselbstständige Tätigkeit zu konzentrieren. "Davon würden insbesondere Frauen und Alleinerzieherinnen profitieren und es ihnen erst ermöglichen, durchgängig erwerbstätig zu sein und Karriere zu machen", so Zwazl abschließend. (EBK)

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