Textilindustrie - Leichtfried/Ettl: Dringender Handlungsbedarf für Europa!

Konkurrenz durch China nimmt katastrophale Ausmaße an

Wien (SK) Ein beschleunigtes Verfahren und wirksame Maßnahmen zum Schutz der österreichischen und europäischen Textilindustrie forderten heute die beiden SPÖ-Europaabgeordneten Jörg Leichtfried und Harald Ettl bei der Plenarsitzung des EU-Parlaments in Strassburg. Im Rahmen einer Anfrage an die EU-Kommission wies Leichtfried mit Nachdruck auf die zerstörerischen Auswirkungen des quotenfreien Handels mit Textilien und Bekleidung hin, der seit 1. Jänner 2005 Wirklichkeit ist. Denn mit diesem Datum war das bis dahin bestehende Welt-Textilabkommen ausgelaufen. ****

"Angesichts von Fabriksschließungen, deutlichen Erhöhungen der Arbeitszeit, Mindestlohnkürzungen und massiven Arbeitsplatzverlusten gibt es dringenden Handlungsbedarf. So hat mir etwa ein Unternehmen meines Wahlkreises mitgeteilt, dass seit 1. 1. die Aufträge um 18 Prozent und der Personalstand bereits um neun Prozent zurück gegangen sind. Dieses Beispiel macht deutlich, welcher Schaden durch die Importflut bereits angerichtet wurde. Der Weiterbestand des Unternehmens, des dortigen Wirtschaftsstandortes und die Existenz der dort lebenden Bevölkerung sind massiv bedroht", so Leichtfried.

Diese Entwicklung wird auch durch internationale Zahlen bestätigt:
"Innerhalb von nur drei Monaten", so Harald Ettl in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Internationalen Textilvereinigung ITBLAV, "sind die Textilimporte aus China um bis zu 800 Prozent angestiegen. Für die Zukunft ist davon auszugehen, dass rund 70 Prozent aller Importe in die EU und in die USA aus China stammen werden. Konkret sind so mehr als eine Million Jobs in Europa massiv gefährdet."

Daher sind nach Ansicht der beiden Europaabgeordneten neuerliche Importbeschränkungen in Form von Quoten unumgänglich. Denn ansonsten sei gegen Chinas staatliche Subventionen, niedrige Lohnkosten und Markenpiraterie kein fairer Wettbewerb möglich. Leichtfried: Es ist natürlich zu begrüßen, dass die EU-Kommission bereits Erhebungen durchführt und offenbar gewillt ist, Maßnahmen zu setzen. Aber angesichts der Dramatik der Situation ist Zeit ein entscheidender Faktor." Es liege nun an der Kommission, unverzüglich Akutmaßnahmen zu setzen. "Und auch Minister Bartenstein muss endlich aktiv werden und dem Problem auf der Ratsebene jede Bedeutung geben, die es verdient", so Ettl abschließend. (Schluss) ps/mp

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