FGV warnt vor Verschlechterungen im Pflegebereich!

Gesetzesnovelle höhlt Qualität der Pflegeeinrichtungen aus

Wien (FGV/ÖGB) - Eine Qualitätsverschlechterung im Pflegebereich befürchtet die Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe im ÖGB (FGV). FGV-Vorsitzende Gerda Mostbauer: "Durch eine Gesetzesnovelle könnten künftig ganze Pflegeeinrichtungen ohne Stammpersonal betrieben werden. Das widerspricht allen modernen Konzepten!"++++

Wegen des wachsenden Personalbedarfs in der Pflegeversorgung werden im Rahmen der GuKG-Novelle 2005 rechtliche Rahmenbedingungen für eine Liberalisierung der Berufsausübung der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe geschaffen. Grundlage ist, dass das Stammpersonal bis zu einem Drittel durch Leasingpersonal ersetzt werden kann.

"Aber niemand hat festgelegt, worauf sich diese Zahl bezieht", kritisierte Mostbauer. Geht man zur Berechnung von den rund 12.000 Bediensteten im Pflegebereich des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) aus, könnten in der Bundeshauptstadt künftig ganze Häuser mit Leihpersonal betrieben werden.

"Ein entsetzliches Szenario, das nur noch Pflege am Fließband ohne Beziehung zu den PatientInnen zulässt", erklärte Mostbauer. Die Forderung der FGV: "Maximal 20 Prozent des Personals darf von Leasingfirmen vermittelt werden. Und wohlgemerkt: 20 Prozent pro Pflegestation, damit zu hohe Konzentrationen in einzelnen Bereichen vermieden werden!"

Auch die Hoffnung der Wirtschaftskammer auf 20.000 WiedereinsteigerInnen in den Pflegeberuf, die durch eine Beschäftigung bei Leasingfirmen an Gesundheitsdienstleister vermittelt werden sollen, kann die FGV-Vorsitzende nicht teilen:
"Gerade wurde durch massive Kampagnen versucht, mehr WiedereinsteigerInnen in die Pflegeberufe zu bringen. Leider ohne großen Erfolg - weil dieses Personal schlicht und ergreifend nicht in genügender Zahl vorhanden ist."

Die Fachgruppe für Gesundheitsberufe spricht sich entschieden gegen Lohndumping sowie für eine Senkung der Quote des Pool- und Leihpersonals und für eine gerechtere Bezahlung in der Gesundheits-und Krankenpflege aus. Damit das Gesundheitswesen seine humanitären Funktionen erfüllen kann, darf es nicht in ein marktwirtschaftlich orientiertes Leistungsmodell umgewandelt werden, schloss Mostbauer.

ÖGB, 11. Mai
2005
Nr. 294

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