Ambrozy: Wir haben Kärnten stark gemacht, und Kärnten hat uns stark gemacht

Gedenkfeier der SPÖ zur Befreiung Kärntens von "Emotionen, Stolz und dem Willen Zukunft aktiv zu gestalten" getragen Klagenfurt (SP-KTN) - Sehr emotional und feierlich gestaltete sich die Gedenkfeier der SPÖ zur Wiederbegründung des freien Kärnten unter dem Titel "Von der Diktatur zur Demokratie" am Samstag im Festsaal der Klagenfurter Arbeiterkammer vor rund 350 Festgästen. Der SP-Landesparteivorsitzender, LHStv. Peter Ambrozy, unterstrich die Bedeutung des 7. Mai 1945 für die Sozialdemokratie und für Kärnten als Tag der Befreiung von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges.

Es sei auch ein Tag des Gedenkens und der Erinnerung. "Es ist unsere demokratische wie sozialdemokratische Pflicht, uns mit unserer Vergangenheit ohne Vorbehalte auseinander zu setzen. Wir sind es jenen Abertausenden Sozialdemokraten, die während der Naziherrschaft für ihre Gesinnung eingestanden und gestorben sind - umgebracht in Konzentrationslagern oder auf offener Straße - schuldig, uns kein historisches Denkverbot erteilen zu lassen", betonte Ambrozy in seiner Festrede: "Und gerade in Tagen wie diesen, in denen zweimal mehr die Hydra des Ewiggestrigen ihre Köpfe erhob, sind wir verpflichtet, alle Schwerter der Demokratie zu ziehen und diese unsägliche Unbelehrbarkeit, diesen menschenverachtenden Zynismus im Keim zu ersticken."

Die Kärntner Sozialdemokraten haben die Kraft, der Wahrheit ins Auge zu sehen, ohne Beschönigung und ohne Einseitigkeit. "Nie wieder darf es soweit kommen. Nie wieder darf Verführung Freunde zu Feinden machen. Nie wieder darf die Unmenschlichkeit stärker sein als die Mitmenschlichkeit", sagte der Kärntner SP-Vorsitzende. Der 7. Mai war der Tag der Wiederbegründung eines freien Kärnten.

Der 7. Mai war die historische Geburtsstunde des Friedens, der Demokratie und des Wohlstandes. Diese drei Begriffe - drei großen politischen Etappen - haben die Kärntner Nachkriegsgeschichte geprägt. Der Wiederaufbau im Frieden, die Wiedererringung der demokratischen Souveränität und die Jahrzehnte des Aufschwungs, der Modernisierung und des Wohlstandes. "Und in all diesen Phasen wirkte die Sozialdemokratie entscheidend mit und wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, um gute Arbeit für die Bevölkerung zu leisten und Kärntens Zukunft aktiv mitzugestalten", so Ambrozy und weiter: "Ohne Ferdinand Wedenig, Hans Sima und Leopold Wagner wäre dieses Land nicht zu jenem erfolgreichen und lebenswerten Kärnten geworden, das wir heute kennen."

Ambrozy würdigte das historische Verdienst der Sozialdemokratie, Kärnten Stabilität, Wohlstand und sozialen Ausgleich gebracht zu haben. "Die 60 Jahre, die seit dem 7. Mai 1945 vergangen sind, zeigen uns, dass wir auf unsere Geschichte stolz sein können. Wir sollten uns stets bewusst sein, dass alles, was in Kärnten an Demokratie, Freiheit und Wohlstand erreicht wurde, untrennbar verbunden ist mit dem Wirken der Sozialdemokratie", sagte Ambrozy.

Ambrozy bedankte sich stellvertretend für alle Mitglieder der Kärntner SPÖ bei Hans Pawlik, Gewerkschafter und Funktionär der ersten Stunde. "Wir sind stolz auf das, was Kärnten war, was es ist und was es werden kann. Wir waren, sind und bleiben Sozialdemokraten, und wir sind stolz darauf. Und wir - die Kärntner Sozialdemokraten -werden nicht die Hände in den Schoß legen, wenn dieses, unser Haus Risse bekommt. Wir haben Kärnten stark gemacht, und Kärnten hat uns stark gemacht und so soll es auch in Zukunft sein" Pawlik rief sehr emotional bewegt dazu auf, jener Freunde zu gedenken, die "in Dachau und Theresienstadt geblieben sind".

Der Kärntner Historiker Hellwig Valentin beschäftigte sich in einem Festvortrag mit dem Weg von der Diktatur zu Demokratie in Kärnten und betonte vor allem eine Tatsache: "Die Sozialdemokraten sind das einzige politische Lager in Österreich, das den autoritären und totalitären Versuchungen, die sich im Laufe des 20. Jahrhunderts ergeben haben, stets widerstanden hat.." Den anderen politischen Lagern in Österreich könne man diese Resistenz gegenüber antidemokratischen Tendenzen indessen nicht bescheinigen.

Das konservativ-christlichsoziale Lager beteiligte sich 1933/34 führend am Abbau der Demokratie und trug in der Folge den autoritären Ständestaat. Das deutschnationale Lager tat alles, um der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahre 1938 den Weg zu bereiten. Die Sozialdemokraten haben als einzige nie einen politisch Andersdenkenden der persönlichen Freiheit oder gar seines Lebens beraubt. Freiheit und Demokratie waren und sind sozialdemokratische Grundwerte, die in der Umbruchzeit 1945 erneut bestätigt wurden. Als Besonderheit untermauerte Valentin, dass in Kärnten der Machtwechsel gewaltfrei und auf dem Verhandlungsweg erfolgte.

Redner und Festgäste waren sich einig: Die Sozialdemokraten in Kärnten haben guten Grund, aus ihrer Geschichte Kraft, Selbstbewusstsein und Optimismus zu schöpfen. Damit sind gute Voraussetzungen gegeben, um für die gewiss nicht leichten Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft bestmöglich gewappnet zu sein.

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