IBFG zum 1. Mai: Menschenwürdige Arbeitsplätze noch nie so wichtig wie heute

Verzetnitsch und Csörgits: "Soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und grundlegende Rechte müssen absolute Priorität haben

Wien (OTS) - Wien (IBFG/ÖGB). Morgen, am 1. Mai 2005, blicken die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in aller Welt mit Stolz auf die in mehr als 100 Jahren durch gewerkschaftliche Solidarität erkämpften Errungenschaften zurück. "Wir würdigen all diejenigen, die im Laufe der Zeit so viel getan haben, um die ArbeitnehmerInnenrechte zu fördern und zu verteidigen, für soziale Gerechtigkeit zu sorgen und für Gleichstellung, Menschenrechte und Demokratie zu kämpfen", stellen ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch und Renate Csörgits, Mitglied des IBFG-Vorstandes und ÖGB-Vizepräsidentin, in einem Maiaufruf des IBFG (Internationale Bund freier Gewerkschaften) fest.++++

In diesem Jahr haben sich die Gewerkschaften im Rahmen der weltweiten Aktion gegen Armut mit anderen überall in der Welt zusammengeschlossen, um die Regierungen aufzufordern, ihre bei den Vereinten Nationen und anderswo gemachten Versprechen umgehend einzulösen. Die Welt kann es sich nicht länger leisten, das Elend der vielen hundert Millionen Frauen und Männer zu ignorieren, die mit weniger als einem Dollar pro Tag überleben müssen. "Menschenwürdige Arbeitsplätze für alle zu schaffen, war noch nie so wichtig wie heute, da die Kluft zwischen den Reichen und den Armen in der globalen Wirtschaft immer größer wird", so Verzetnitsch. Und Csörgits: "Eine Milliarde Menschen sind arbeitslos, unterbeschäftigt oder arm, obwohl sie arbeiten, und 60 Prozent dieser Menschen sind Frauen." Im Rahmen der weltweiten Aktion gegen Armut fordern wir Schuldenerleichterungen für die ärmsten Länder, drastisch erhöhte Entwicklungshilfe und Gerechtigkeit im globalen Handelssystem.

Mehr als 200 Millionen Kinder arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen, während junge Menschen, die ihre Ausbildung beendet haben, überall auf der Welt Schwierigkeiten haben, menschenwürdige Arbeitsplätze zu finden. Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben mit Ausbeutung, Diskriminierung und Unsicherheit zu kämpfen, müssen Tätigkeiten akzeptieren, die zu schlecht bezahlt werden, um ihnen und denjenigen, die von ihnen abhängig sind, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Gewerkschaften selbst stehen unter enormem Druck, da Regierungen und Arbeitgeber in vielen Ländern die Arbeitnehmerrechte verletzen, unter anderem durch direkte Angriffe auf die Gewerkschaftsbewegung. Unsere weltweite Aktion ist von kritischer Bedeutung, um Gewerkschaftsfeindlichkeit zu beenden und für die Rechte derjenigen, vor allem der Frauen, einzutreten, die die Opfer des globalen Wettrennens nach unten sind.

Wir sind zuversichtlich, dass wir die Herausforderung annehmen und die Globalisierung in eine andere Richtung lenken können. Wir werden über Grenzen und Kontinente hinweg handeln, um bei der gewerkschaftlichen Organisierung der Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, denen die Gewerkschaftsrechte verweigert werden, behilflich zu sein, die Ausbeutung der Wanderarbeitskräfte und der Beschäftigten in den freien Exportzonen weltweit in den Griff zu bekommen und für die Gleichstellung von Frauen und Männern in unserer eigenen Bewegung, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft einzutreten. Wir werden die Reform, Stärkung und Einigung der internationalen Gewerkschaftsbewegung voranbringen, um sicherzustellen, dass wir den enormen vor uns liegenden Herausforderungen gewachsen sind.

"Wir fordern eine bessere Welt, eine sichere und friedliche Welt, in der soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und grundlegende Rechte absolute Priorität haben. Wir verpflichten uns dazu, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um diese bessere Welt für künftige Generationen aufzubauen", so Verzetnitsch und Csörgits.

Es lebe die internationale Gewerkschaftssolidarität! (ew)

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