• 29.04.2005, 10:00:00
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Experiment "Häftlinge als Ausbildner für Blindenhunde" wird am Verhandlungstisch neu diskutiert

ÖBSV führt Erfolgsdialog zum Wohle der blinden und sehbehinderten Menschen in Österreich

Wien (OTS) - "Der ÖBSV steht dem Vorschlag des Abg. z. NR Werner
Miedl (ÖVP), wonach die Ausbildung von Führhunden nach dem Vorbild
von US-Bundesstaat Ohio in Haftanstalten erfolgen möge, tendenziell
positiv gegenüber", betont Klaus Martini, Präsident des
Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (ÖBSV) und
Vizepräsident der ÖAR.

"Wenn zu diesem Zweck Know-how von Außen zugekauft wird, sind
unter gewissen Umständen auch verurteilte Straftäter als Ausbildner
denkbar, zuvor sollten diese aber auf ihre psychische Eignung
untersucht werden", fährt Präsident Martini, der selbst im Jahre 1987
die Professionalisierung der Ausbildung von Führhunden in Österreich
mitbegründet hat, fort.

Ausbildung der Führhunde in Haftanstalten wenig praxisgerecht

Im Rahmen des umfangreichen Ausbildungscurriculums eines
Führhundes muss dieser in verschiedenen Alltagssituationen seine
Eignung unter Beweis stellen. So sind etwa auch zahlreiche Ausgänge
im Stadtgebiet unerlässlich, damit der Führhund den blinden Menschen
auch tatsächlich im Alltag führen kann: "Wie dies nun in der Praxis
durch Straftäter, die als Trainer mit den Hunden frei durch die Stadt
spazieren, geschehen kann, ist jedoch schwer vorstellbar", bekräftigt
Martini. Außerdem sei nachweislich nicht jeder Hund aus dem Tierheim,
wie im Miedl-Vorschlag angedeutet, als Blindenhund geeignet.

Konstruktiver Dialog eingeleitet

"Grundsätzlich begrüßt der ÖBSV den Vorschlag, weil damit auch die
Kosten eines Hundes für Betroffene gesenkt werden könnten. Der ÖBSV
als größte Blindenselbsthilfeorganisation in Österreich ist bereit,
in weiteren Verhandlungen sein profundes Know-how einzubringen",
konstatiert Präsident Martini.

"Ich freue mich, mit dem ÖBSV bezüglich meines Vorschlags in einen
konstruktiven Dialog treten zu können", betont der Abg. z. NR Werner
Miedl im Gespräch mit ÖBSV Pressesprecher Dr. Rainer Kavalir. Er lädt
den ÖBSV daher an den Verhandlungstisch, sobald eine Stellungnahme
über die Durchführbarkeit der Maßnahme an den Haftanstalten, die
bereits beim Justizministerium in Auftrag gegeben wurde, vorliegt:
"Ohne Einbindung des ÖBSV werden in dieser sensiblen Causa keine
weiteren Schritte gesetzt", verspricht Miedl abschließend.

OTS0071    2005-04-29/10:00

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