• 27.04.2005, 17:39:54
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AUSSENMINISTER VON BURKINA FASO IM EGSPRÄCH MIT MANDATAREN Bayr und Lunacek für Erhöhung der Entwicklungshilfemittel

Wien (PK) - Vor dem Gespräch mit Nationalratspräsident Andreas
Khol traf der Außenminister von Burkina Faso, Youssouf Ouedraogo,
mit österreichischen Mandataren zusammen, wobei vor allem die
Entwicklungshilfeprojekte im Vordergrund standen. Von
österreichischer Seite nahmen dabei die Abgeordneten Petra Bayr
(S) und Ulrike Lunacek (G) teil. Am 22. Mai 2002 wurde erstmals
ein umfassendes bilaterales Indikativprogramm zwischen Österreich
und Burkina Faso unterzeichnet, das auf den beiden Säulen
"Technischer Unterricht und Berufsausbildung" sowie "Ländliche
Entwicklung" beruht (2002-2004). Ein Folgeprogramm (2005-2007)
soll in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Burkina Faso
ist eines der ärmsten Länder der Welt und stellt einen
Schwerpunkt in der österreichischen Entwicklungshilfe dar. =

Abgeordnete Petra Bayr (S) freute sich darüber, dass eine so
hochrangige Delegation aus Burkina Faso das Parlament besucht,
zumal es für die Abgeordneten nur wenige Gelegenheiten gebe, sich
im Hohen Haus mit afrikanischen Themen auseinanderzusetzen. Sie
sprach dann die österreichische Entwicklungshilfe an und
erkundigte sich danach, ob es in Burkina Faso gelungen sei, die
Zivilgesellschaft einzubinden. Schließlich bekräftigte die SPÖ-
Abgeordnete, dass sie und Ulrike Lunacek sich weiterhin dafür
einsetzen werden, dass die im europäischen Vergleich beschämend
geringen Mittel für die Entwicklungshilfe erhöht werden.

Außenminister Ouedraogo ging auf die langjährige Kooperation mit
Österreich ein, wobei vor allem die Programme bezüglich der
Ausbildung von jungen Menschen von großer Bedeutung für sein Land
seien. Der Abgeordneten Bayr teilte er mit, dass großer Wert auf
die bestmögliche Einbindung der Zivilgesellschaft in allen
Bereichen gelegt werde.

Burkina Faso sei stolz auf eine Politik des Dialogs und der
Toleranz, es gebe keine ethnischen oder religiösen Konflikte.
Auch wenn schon viel erreicht werden konnte - z.B. erhalten 52 %
der Kinder eine Schulausbildung -, so müssten doch noch mehr
Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Milleniums-Ziele zu
erreichen, meinte der Außenminister.

Was die generelle Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent
angeht, so seien die meisten Länder in den sechziger Jahren
unabhängig geworden und daher als junge Demokratien einzustufen.
Damals wurden viele Konflikte gelöst, die aber bedauerlicherweise
durch neue ersetzt wurden, die sehr schwer zu lösen sind. Sie
sind nach Auffassung von Ouedragao u.a. auf einen Mangel an
Demokratie, ethnische Streitigkeiten oder Identitätsprobleme nach
der Kolonisation zurückzuführen. Der Entwicklungsprozess sei
daher in den einzelnen Ländern unterschiedlich rasch
vorangeschritten. Burkina Faso habe sich in den letzten Jahren
sehr gut entwickelt, es herrschen stabile, demokratische
Verhältnisse und auch die Wirtschaft wachse durchschnittlich um 6
%.

Ouedragao unterstrich die Bedeutung der internationalen
Kooperation. Sein Land habe sich etwa sehr stark beim im April
2000 in Kairo stattgefundenen EU-Afrika-Gipfel eingebracht und
engagiere sich weiterhin im Folgeprozess dieses Treffens. Es
müsse zu einer strategischen Partnerschaft zwischen Afrika und
der EU kommen, damit gemeinsame Positionen erarbeitet und dann
bei verschiedenen Institutionen, wie z.B. der
Welthandelsorganisation, vertreten werden können. Er hoffe, dass
auch die österreichische EU-Präsidentschaft einen Anstoß in diese
Richtung geben wird. Was die Vertretung Afrikas im UN-
Sicherheitsrat angeht, so seien derzeit zwei Modelle im Gespräch;
die Diskussion darüber sei aber noch nicht abgeschlossen sind,
erläuterte er der Abgeordneten Lunacek. Das erste Modell sehe
zwei permanente Sitze für Afrika vor, das zweite Modell beinhalte
ein Rotationsprinzip. Jedenfalls sei es nicht einzusehen, warum
Afrika derzeit der einzige Kontinent ist, der keine
Vetomöglichkeit hat. (Schluss)

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OTS0265    2005-04-27/17:39

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