- 27.04.2005, 10:30:22
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Verbund fordert "grünes Licht" für Steiermark-Energiepaket
674 Mio. Euro zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts
Graz (OTS) - "Das Steiermark-Energiepaket, welches Investitionen
in Kraftwerke und Netz in einer Höhe von insgesamt 674 Mio. Euro
umfaßt, wird von uns nunmehr entschieden vorangetrieben", erklärte
Verbund-Generaldirektor Dipl.-Ing. Hans Haider heute, Mittwoch, bei
einer Pressekonferenz in Graz. "Wir appellieren an die
Steiermärkische Landesregierung, für unsere Projekte volle
Unterstützung zu geben."
Das von steirischer Arbeiter- und Wirtschaftskammer mitgetragene
Energiepaket hat ein "elektrisches Aufrüsten" der Steiermark zum
Ziel, um den Wirtschaftsstandort abzusichern und damit tausende
Arbeitsplätze zu erhalten. Der Beitrag des Verbund sind die
Großprojekte 380-kV-Steiermarkleitung, das Gas-Kombikraftwerk
Mellach, zwei neue Murkraftwerke und das Kraftwerk Leoben.
"Für das Gas-Kombikraftwerk in Mellach haben wir gestern die
Umweltverträglichkeitserklärung eingereicht", erklärte Haider. Damit
ist auch dieses Projekt mit einer Investitionssumme von 400 Mio. Euro
so weit vorbereitet, daß die Beurteilung durch die Behörden erfolgen
kann. Haider: "Wir wünschen uns auch für diese UVP - so wie für
unsere Steiermarkleitung - eine zügige Abwicklung, damit dieses
wichtige Infrastrukturprojekt für die Steiermark rasch umgesetzt
werden kann."
Haider betonte in diesem Zusammenhang, "daß wir gerade bei der
Steiermarkleitung mit den positiven UVP-Bescheiden der steirischen
und burgenländischen Behörden vom 21. März 2005 einen wichtigen
Meilenstein erreicht haben". Die Analyse der Blackouts der
vergangenen Jahre und der jüngeren Vergangenheit haben die vorrangige
Bedeutung der 380-kV-Leitung, in die 130 Mio. Euro investiert werden,
klar gezeigt.
Weitere Investitionen in den Wirtschaftsstandort Steiermark will
der Verbund mit der Errichtung und dem Betrieb der zwei Murkraftwerke
Gössendorf und Großsulz tätigen. Für diese beiden Kraftwerke beträgt
das geplante Investitionsvolumen 110 Mio. Euro.
Noch in diesem Jahr - im Herbst 2005 - wird das
Kleinwasserkraftwerk Leoben in Betrieb gehen. Die Investition für
dieses Kraftwerk beträgt 34 Mio. Euro.
Den Löwenanteil an "Steiermark-Energiepaket" stellt das Projekt
Mellach, das - nach positivem UVP-Bescheid im Jahr 2006 - Anfang 2009
seinen Vollbetrieb aufnehmen könnte. "Das Gas-Kombikraftwerk wird
allein für eine regionale Wertschöpfung von ca. 60 Mio. Euro sorgen,
je nach Bauphase finden zwischen 100 und 600 Personen Arbeit",
betonte Dipl.-Ing. Anton Smolak, Geschäftsführer der VERBUND-Austrian
Thermal Power GmbH & Co KG (ATP).
Smolak hob hervor, daß das neue Gas-Kombikraftwerk durch den
Einsatz neuester Technologien die strengsten EU-Richtlinien erfüllt
und damit eine hohe Umweltverträglichkeit garantiert. "Mit einer
Leistung von 850 Megawatt Stromerzeugung und einer Fernwärmegewinnung
von 250 Megawatt erreichen wir mit dem neuen Gas-Kombikraftwerk den
derzeit höchsten bei Großanlagen erzielbaren Nutzungsgrad. Dieser
liegt bei der Stromerzeugung bei rund 58 %, in Kombination mit der
Fernwärme sogar über 70 %. Mit diesem hohen Wirkungsgrad bei
gleichzeitig geringen Emissionen bringen wir die weltweit neueste
Generation der thermischen Kraftwerkstechnologie in die Steiermark",
so Smolak.
Vor allem wird mit dem Bau des neuen Kraftwerks die beachtliche
Lücke bei der Stromversorgung in Südösterreich geschlossen. Diese
ergibt sich durch den erhöhten Stromverbrauch, der seit 2000 um
jährlich 2,8 % angestiegen ist.
Zum Projekt der 380-kV-Steiermarkleitung erklärte Dr. Heinz Kaupa,
Vorstandsdirektor der VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG): "Nach den
positiven UVP-Bescheiden der steirischen und der burgenländischen
Behörden ist es nun unser Ziel, die Umsetzung des Projekts im
Einvernehmen mit den Gemeinden und Grundeigentümern zu ermöglichen",
so Kaupa. "Bisher haben wir mit rund einem Drittel der
Grundstückseigentümer Vereinbarungen über Entschädigungen
abgeschlossen."
In ihren UVP-Bescheiden haben die beiden Landesregierungen auf
Basis der Gutachten von 26 Sachverständigen auf insgesamt 600 Seiten
das Projekt unter Vorschreibung von 160 Auflagen genehmigt. "Wir
werden natürlich alle Auflagen peinlich genau einhalten und
erfüllen", betonte Kaupa.
OTS0093 2005-04-27/10:30
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