• 27.04.2005, 10:17:18
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1 Million Unterschriften gegen Gentechnik im Tierfutter

Greenpeace startet EU-weite Kampagne in Österreich

Wien (OTS) - Heute Vormittag gibt Greenpeace auf dem Wiener
Rochusmarkt den Startschuss für eine EU-weite Kampagne gegen
Gentechnik im Tierfutter. Die Forderung der Umweltschützer: Fleisch,
Milch, Eier und andere Produkte von Tieren, die gentechnisch
verändertes Tierfutter gefressen haben, müssen in Zukunft
gekennzeichnet werden. EU-weites Ziel: Eine Million Unterschriften
gegen Gentechnik im Tierfutter, die der Europäischen Kommission
überreicht werden - mindestens 50.000 Unterschriften sollen dabei aus
Österreich kommen. "Jedes Jahr landen über 500.000 Tonnen
Gentech-hältige Soja in den heimischen Futtertrögen", so Steffen
Nichtenberger, Gentechnik-Sprecher von Greenpeace. "Wir laden die
Menschen ein, gegen Gentechnik in Lebensmitteln zu unterschreiben! Wo
Gentechnik drin ist, muss auch Gentechnik drauf stehen!"

Österreich importiert jährlich über eine halbe Million Tonnen
Gentech-hältige Soja, vor allem aus Brasilien, Argentinien und den
USA. Während brasilianische Soja weitgehend Gentechnik-frei ist,
liegt der Gentechnik-Anteil bei US-Soja bei 80 Prozent, argentinische
Soja ist sogar zu 99 Prozent kontaminiert.

Die Gentech-Soja "Roundup Ready" überlebt das Spritzmittel Glyphosat,
während alle anderen Pflanzen absterben sollen. Der jährliche,
andauernde Einsatz des Herbizids hat dazu geführt, dass sich die
eingesetzte Spritzmittelmenge in Argentinien seit 1996 ver-56facht
hat. In den letzten 10 Jahren wurden außerdem 2,4 Millionen Hektar
Wälder und Savannen für den Sojaanbau gerodet. In den Wäldern lebende
Völker werden vertrieben, die Heimat von Jaguaren, Affen, Pumas und
seltenen Vögeln zerstört.

Seit 18. April 2004 müssen gentechnisch veränderte Lebensmittel
gekennzeichnet sein. Lücke in der Kennzeichnung: Eier, Fleisch und
Milchprodukte von Tieren, die gentechnisch verändertes Futter
gefressen haben.

Ziel der Greenpeace-Kampagne sind EU-weit eine Million
Unterschriften. In Deutschland haben bereits 180.000 Menschen für
eine strengere Gentechnik-Kennzeichnung unterschrieben, in Frankreich
wurden auf Anhieb 10.000 Unterschriften erreicht. "Wer heute ein Glas
konventionelle Milch trinkt, weiß nicht, ob die Kuh vorher
Gentech-Soja gefressen hat", ärgert sich Steffen Nichtenberger "Ohne
es zu wissen fördert man den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
und die damit verbundene Umweltzerstörung."

"90 Prozent der Österreicher lehnen Gentechnik im Tierfutter strikt
ab. Stärken auch Sie die Forderung einer strengeren
Gentechnik-Kennzeichnung", so Nichtenberger. "Die gesammelten
Unterschriften werden im Frühjahr 2006 an die EU-Kommission
übergeben."

Unterschriftenlisten zum download unter
http://www.greenpeace.at/unterschriftenliste.html
Mehr zu Gentechnik in der Landwirtschaft:
http://www.greenpeace.at/gentechnik.html

OTS0083    2005-04-27/10:17

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP

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