"Neues Volksblatt" Kommentar: "Klischees" (Von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 27. April 2005

Linz (OTS) - =

Die Geschichte der Zweiten Republik ist von Anfang an
eine Geschichte der "Anti-
Klischees": Alle klischeehaften Bilder und Vorstellungen, mit denen "die Österreicher" bis heute in Verbindung gebracht werden, sind durch den Aufbau der Zweiten Republik widerlegt worden.
Um einige Beispiele zu nennen: Beim Aufbau der Zweiten Republik ist nichts zu erkennen von jener angeblich typisch österreichischen Haltung des "Geht nicht! Gibts nicht! Haben wir
nicht!" Beim Aufbau der Zweiten Republik ist nichts zu spüren vom angeblich
typisch österreichischen "Raunzen", nichts von der Haltung "Verkaufts mei G'wand, i fahr in Himmel". Am Anfang der Zweiten Republik war kein Platz für den "weinseligen Grantler", der ab dem dritten Vierterl nur mehr über "die dort oben" resoniert, selbst aber nach dem Motto "Mei Ruh will i!" kein Ohrwaschl rührt.
Im Gedenk- und Gedankenjahr sollte man sich also auch daran erinnern, wie nach 1945 von der Bevölkerung die Österreich-Klischees ad absurdum geführt wurden. Und dass es heute gilt, allen Tendenzen entgegenzuwirken, die die aufgezeigten Klischees wieder zu bestätigen scheinen.

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