HUAINIGG: ÖSTERREICH BRAUCHT EINEN LEHRSTUHL FÜR DIE INTEGRATION BEHINDERTER MENSCHEN

Universität Innsbruck darf Vorreiterrolle nicht aufgeben

Wien, 26. April 2005 (ÖVP-PK) "Mit großer Verwunderung stellte ich fest, dass die Universität Innsbruck im Rahmen ihrer Entwicklungspläne für künftige Schwerpunkte Einschränkungen im Bereich der Integrativen Pädagogik plant und der vorgesehene Lehrstuhl für Integrative Pädagogik nun doch nicht besetzt werden soll", sagte heute, Dienstag, ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg. Grundsätzlich sei die Autonomie der Universitäten nicht in Frage zu stellen. Unverständlich sei jedoch, dass die Universität Innsbruck jene Vorreiterrolle, die sie durch eine jahrelange, engagierte Arbeit in diesem Wissenschaftsfeld übernehmen konnte, nun aufgeben möchte. "Die Tätigkeit am Institut zeichnete sich durch eine Wissenschaft aus, die nicht im Elfenbeinturm verhaftet bleibt, sondern lebensnah agiert und wichtige Impulse für die österreichische Behindertenpolitik brachte."****

Auch durch die intensive Arbeit an der Gleichstellung behinderter Menschen in allen Lebensbereichen bekomme das Thema Integration eine steigende Bedeutung. "Die entsprechende wissenschaftliche Unterstützung ist dabei eine wesentliche Voraussetzung", so Huainigg. Die Schulintegration sei in vielen Fällen prägend für den weiteren Lebensverlauf behinderter Menschen. Für ein selbstverständliches Miteinander behinderter und nicht behinderter Menschen benötige die Weiterentwicklung und qualitative Verbesserung der Schulintegration unsere besondere Aufmerksamkeit, hier könne die Universität Innsbruck wichtige Beiträge leisten.

Derzeit werde das Österreichische Bildungssystem umfassend diskutiert. "Das Schulsystem kann hier viel von der Schulintegration lernen", sagte der ÖVP-Behindertensprecher. Seit Jahren würden Unterrichtsmethoden praktiziert und Rahmenbedingungen geschaffen, die es ermöglichen, jedes Kind seinen Stärken und Schwächen entsprechend zu fördern und zu fordern. "Die Universität Innsbruck hat die Chance, sich als Zentrum für Integration zu positionieren. Bleiben wir nicht am halben Weg stecken!", appelliert Huainigg abschließend an die Universitätsgremien.
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