Wiener Landesarchiv: Gedenkfeier für "Opfer des Spiegelgrundes"

Wien (OTS) - Im Rahmen der noch bis 12. August laufenden
Ausstellung über "Kindereuthanasie in Wien 1940 - 1945" fand am Dienstag eine Gedenkveranstaltung für die hunderten Kinder und Jugendlichen statt, die seinerzeit unter dem Deckmantel der Medizin teils für Forschungszwecke missbraucht und getötet wurden. Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokornny betonte, dass an dieses "katastrophale Kapitel der Wiener Stadtgeschichte" konsequent erinnert werden müsse. Als Skandal bezeichnete er auch das Weiterwirken etwa von Medizinern in der Zweiten Republik, die seinerzeit "Am Spiegelgrund" mitgewirkt hätten. Im Rahmen der Gedenkfeier, deren würdige Beiträge von Schülerinnen und Schülern aus drei Wiener Schulen stammten, wurde auch mittels einer Gedenkminute an die Opfer des Spiegelgrunds gedacht. An der Gedenkfeier nahmen weiters hochrangige Vertreter der Stadt Wien teil.

Die Schau, die unter Ehrenschutz von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer steht, basiert auf den Beständen der Krankengeschichten, die sich heute im Besitz des Wienert Stadt- und Landesarchivs befinden. Inhaltlich schildert sie nicht nur die Zeit bis 1945, sondern erinnert auch daran, dass viele "Forschungsergebnisse" und Präparate bis in die 1970er Jahre in diversen wissenschaftlichen Institutionen weiter verwendet wurden. Ein eigener kostenlos aufgelegter Katalog informiert über Details der Ausstellung.

Die Schau "Kindereuthanasie in Wien 1940 - 1945" ist Montag und Freitag von 9.00 bis 15.00 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 bei freiem Eintritt zu besichtigen. Ort:
Wiener Stadt- und Landesarchiv, Gasometer D, 4. Archivgeschoss. (Schluss) hch/

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