Rieder: Wiener Weg als Modell für Österreich

Vorschlag für Arbeitsmarktgipfel am 1. Mai: "Orientieren an erfolgreicher Politik der sechstreichsten EU-Region"

Wien (OTS) - "Beschäftigungs- und Wirtschaftspolitik bilden in
Wien eine Einheit. Der effiziente und innovative Wiener Weg ist durchaus geeignet, ein Modell für Österreich zu sein", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder im Vorfeld des für den 1. Mai von Bundeskanzler Dr. Schüssel geplanten Gipfels zu den Themen Wachstum und Beschäftigung. Diese erfolgreiche Politik beruht in Wien auf einer engen Kooperation zwischen der Stadt Wien und den Sozialpartnern und wird mit dem Wiener Arbeitnehmerinnenförderungsfonds - waff und dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds - WWFF umgesetzt. Vier Leitsätze stehen für den zentralen Teil der Arbeitsmarkpolitik:

o Wir vermitteln und schaffen Jobs - nicht nur für unselbstständig Beschäftigte, sondern auch für neue Selbständige und freie Berufe o Wer in Wien keinen Job hat, wird ausgebildet o Langzeitarbeitslosigkeit wird erfolgreich bekämpft o Wir tun alles, um Jugendliche in den Arbeitsprozess einzugliedern

Diese Politik ist erfolgreich.

o Von 2000 auf 2004 stieg die Zahl der versicherten Beschäftigungsverhältnisse von 884.717 auf 897.934. Das sind 13.217 "Jobs" mehr in Wien. o 750 Menschen konnten alleine durch das im Jahr 2004 gestartete Projekt Personalfinder bisher einen Job finden. o Die Arbeitslosigkeit sinkt in Wien seit August 2004. Im März 2005 gab es einen Rückgang von 3,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. o Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im März 2005 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 29,5 Prozent gesunken. o Die Frauenbeschäftigungsquote erreicht in Wien mit 72,8 Prozent einen Spitzenwert. (Österreich: 58,8 Prozent)

Wien ist sechstreichste Region Europas

"Unsere Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik schlägt sich auch in den hard-facts zum Standort Wien nieder. Die Region Wien ist laut jüngsten Statistiken die 6-reichste Region der EU. So ein Top-Resultat ist nur dann möglich, wenn die Wertschöpfung und auch die Beschäftigungsquote sehr hoch sind und ein unternehmerfreundliches Klima herrscht. Und das ist in Wien der Fall," so Rieder. Weiterer aktueller Beleg ist das Standort-Ranking 2005 der Bertelsmann-Stiftung. Hier wird Österreich beim Erfolgsindex an achter Stelle geführt. Ein Ergebnis, das ohne den Motor Wien für Österreich nicht möglich wäre.

Wien erzielt mit 61 Milliarden Euro mehr als Viertel der österreichischen Wertschöpfung, das ist mehr als das BIP der Slowakei oder Tschechien. Wien ist der Wirtschaftsmotor Österreichs, rund 300 Headquarters - meist für Osteuropa machen Wien auch zu einem international attraktiven Standort. Jüngste Entscheidungen großer Betriebe, von Tchibo, Boehringer Ingelheim, Brau Union - Heineken oder Henkel, die am Standort Wien investieren oder Wien auch als Drehscheibe zur Bearbeitung der Märkte in Central Eastern Europe ausbauen, belegen dies eindrucksvoll.

Mehr Geld für Arbeitsmarktmaßnahmen in Wien: 52 Mio. Euro für 2005

Wien ist das einzige Bundesland, das mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (WAFF) eine schlagkräftige Arbeitsmarktinstitution besitzt, deren Erfolgsrezept in der engen Kooperation mit dem AMS Wien, der Wirtschaftskammer Wien und dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds besteht. Jüngste Erfolgsbeispiele sind in diesem Zusammenhang die Projekte Personalfinder, unsere Ausbildungsoffensive mit Schwerpunkt Jugendliche und die Programme für Klein- und Mittelbetriebe, die über das Regionale Wirtschaftsservice für die Unternehmen angeboten werden.

Für das Jahr 2005 werden zusätzliche Mittel für den waff in der Höhe von 9,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das ist eine Steigerung des Ausgabevolumens um 23 Prozent. Von 42 Mio. Euro auf 51,5 Mio. Euro. Folgende Programme werden damit unter anderem finanziert:

o "Personalfinder" - seit knapp einem Jahr 750 Menschen in Jobs gebracht

Mit dem Pilotprojekt "Personalfinder - das regionale Vermittlungsservice des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) wird für Unternehmen mit Personalbedarf seit Juni vergangenen Jahres eine völlig neue und umfassende Dienstleistung vor Ort angeboten. Die Beratung erfolgt in enger Kooperation mit dem WWFF, die Leistungen des Regionalen Wirtschaftsservice werden mitangeboten.

Insgesamt konnten bis dato 759 Stellen (von 1.222 offenen Stellen) in 446 Betrieben erfolgreich besetzt werden. Aufgrund dieser hervorragenden Zwischenbilanz soll das ursprünglich auf ein Jahr befristete Pilotprojekt jetzt bis zum 31.12. 2006 verlängert werden und auf ganz Wien ausgeweitet werden.

o Neu: "PISA PLUS" - damit der Job gesichert ist - kostenloser Hauptschul- und Lehrabschluss für Beschäftigte, Start im
Juli 2005

So funktioniert PISA PLUS - 2000 Euro für den Lehrabschluss:
Personen, die in Wien wohnen, älter als 18 Jahre sind und maximal über einen Pflichtschulabschluss verfügen erhalten 100% Förderung, maximal 2.000 Euro für das erfolgreiche Nachholen eines positiven Hauptschulabschlusses oder das erfolgreiche Ablegen eines außerordentlichen Lehrabschlusses. Der erfolgreiche Abschluss ist somit wesentliche Fördervoraussetzung.

Pisa Plus ist ein österreichweit einzigartiges Modell für Lebenslanges Lernen. Über die bereits bestehenden Unterstützungsangebote des waff (Bildungskonto, spezielles Weiterbildungskonto, FRECH - Frauen ergreifen Chancen) hinaus sollen nun Menschen, die zwar einen Job haben, aber über diese Formalabschlüsse nicht verfügen, die Chance zum berufsbegleitenden Nachholen des Pflichtschulabschlusses und des außerordentlichen Lehrabschlusses bekommen. Das Programm wird demnächst beschlossen und startet im Juli 2005.

o Lehrstellenoffensive:
1) Ausbildung für Ausbildner
2) Lehrstellenakquisiteure

Ausbildung für Ausbildner: Damit Betriebe Lehrlinge ausbilden dürfen, müssen sie wiederum dafür ausgebildete Mitarbeiter haben. Fehlen diese Personen, werden die Kosten für den nötigen Kurs und die Prüfungsgebühr zurückerstattet. So konnten bisher nicht ausbildende Betriebe zum Einstieg in die Lehrausbildung gebracht werden.

Das Programm läuft seit Oktober 2002. Mit Stand März 2005 wurden auf diese Weise rund 576 AusbildnerInnen in 287 Betrieben im Rahmen dieses Programms gefördert. Der überwiegende Anteil der Betriebe, in denen AusbildnerInnen gefördert wurden, hat bis zu 50 MitarbeiterInnen.

Die Treffsicherheit dieses Programms zeigt eine erste Analyse:
Rund ein Drittel (31 Prozent) der Betriebe, die gefördert wurden, waren bisher noch keine Lehrausbildungsbetriebe. Das sind also genau jene Betriebe, die jetzt neu in die Lehrlingsausbildung einsteigen werden.

Lehrstellenakquisiteure: Gemeinsame Aktion von WAFF, AMS und WKW - brachte bisher 453 offene Lehrstellen.

Die Lehrstellenakquisiteure treiben offensiv offene Lehrstellen in Betrieben auf. Von Frühsommer 2004 bis 31.12 2004 konnten auf diese Weise 453 offene Lehrstellen akquiriert werden. Besonders erfreulich ist, dass 129 Lehrstellen erstmals angeboten werden.

o 5-Jahres-Bilanz Regionales Wirtschaftsservice (RWS)

Das Regionale Wirtschaftsservice (RWS) ist ein Beratungs- und Unterstützungsinstrument für Unternehmen. Das RWS hat in den letzten fünf Jahren 12.106 UnternehmerInnen beraten. Das kostenlose Serviceangebot des RWS reicht von der Vermittlung von Landes- und Bundesförderungen sowie Betriebsgrundstücken über Hilfe bei Behördenangelegenheiten bis hin zur Hilfe bei Geschäftsübergaben.

Das RWS setzt auch positive Akzente für den Wiener Arbeitsmarkt. Die RegionalbetreuerInnen des RWS haben im Zuge ihrer Beratungen in den letzten fünf Jahren bei den Unternehmen einen MitarbeiterInnenbedarf von insgesamt 4.349 Stellen erkannt. Rund 65 Prozent davon wurden tatsächlich geschaffen, was zu etwa 3.000 neuen Arbeitsplätzen führte. Der vom RWS-Team zwischen 2000 und 2004 erhobene MitarbeiterInnen-Ausbildungsbedarf lag bei 4.671 Personen. Diese Ausbildungs- und Qualifizierungswünsche der Unternehmen für ihre Beschäftigten wurden den entsprechenden Leistungsanbietern wie Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff), Arbeitsmarktservice (AMS), Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) oder Flexwork weitergemeldet. Das RWS ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) und Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff).

Mehr Jobs in Wien: + 6,8 Prozent in den letzten 10 Jahren

Klar ist, dass die klassischen Beschäftigungsverhältnisse in den letzten 10 Jahren zurückgegangen sind. Berücksichtigt man jedoch alle Erwerbspersonen des Standortes Wien so ergibt das für diesen Zeitraum ein klaren Anstieg. Von 841.130 auf 897.943. Das ist ein Plus von 6,8 Prozent.

Erläuterung: Seit 1997 gibt es neue Beschäftigungsgruppen, wie die atypisch Beschäftigten. Die 897.943 Erwerbspersonen im Jahr 2004 in Wien setzen sich aus folgenden Gruppen zusammen: 753.516 unselbstständig Beschäftigte, 48.056 geringfügig Beschäftigte, 26.008 Erwerbstätige nach GSVG (Freie Dienstnehmer, Neue Selbstständige), 70.363 Selbstständige und Freie Berufe (inkl. Ärzte, Rechtsanwälte ...)

Höchste Erwerbsquote in Wien - auch im Internationalen Vergleich

Wien verfügte 2004 insgesamt über eine Erwerbsquote von 83,1% (bei den 15 bis 60 jährigen). Im Österreich Durchschnitt lag die Erwerbsquote mit 68,6% weit unter der Wiener Quote. Die Frauenerwerbsquote lag mit 79,3% ebenfalls weit über dem Österreichdurchschnitt mit 62, 9% (Erwerbsquote Männer: 87,1, Österreich: 74,1%). Bei der Beschäftigungsquote lag Wien mit 75% vor Österreich mit 63,7%. Die Beschäftigungsquote bei den Frauen lag in Wien bei 72,8%, im Österreich Schnitt waren es 58,8% (Beschäftigungsquote Männer - Wien: 77,2%, Österreich: 68,6%). (Quelle: AMS, Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Statistik Austria.)

Im europäischen Städtevergleich 2003 - und damit auf Basis einer anderen Berechnungsmethode - lag Wien bei der Erwerbsquote (59,6%) wohl hinter boom towns wie Bratislava (63,8%) und Prag (62,4%), aber vor Berlin (58,8%), Hamburg (58,8%) und der Europahauptstadt Brüssel (51,4%). Bei der Beschäftigungsquote ergab sich laut EUROSTAT ein ähnliches Bild: Wien liegt mit 55,0% vor Brüssel (43,4%), Berlin (48,2% ) und Hamburg (53,2%). Vor Wien liegen Bratislava mit 59,3% und Prag mit 59,8%. (Quelle: Eurostat)

Wien - Der Wirtschaftsmotor Österreichs

o In Wien wird mit fast 61 Milliarden Euro mehr als ein Viertel (27,5 Prozent) des gesamtösterreichischen Bruttoinlandsprodukts (221 Milliarden Euro) erwirtschaftet. o Das Wiener Bruttoregionalprodukt ist mit Abstand das höchste aller Bundesländer. 2002 lag es bei 60.932 Mio. Euro. An zweiter Stelle lag Oberösterreich mit 35.429 Mio. Euro. Auch pro Kopf gerechnet ist das Bruttoregionalprodukt in Wien am höchsten. Es lag 2002 bei 39.300 Euro. Das zweithöchste Bruttoregionalprodukt/Kopf hatte Salzburg mit 30.400 Euro. (Quelle: Statistik Austria) o Wien hat mit 76.279 Unternehmen die meisten Unternehmen aller österreichischen Bundesländer. (Quelle: WKO) o In Wien wurden im Vorjahr 8.248 Unternehmen neu gegründet. Dieser Wert entspricht mehr als einem Viertel aller Neugründungen in Österreich. Mit 5.760 Neugründungen folgt Niederösterreich auf dem zweiten Rang. (Quelle: WKO) o Wien verfügt über die höchste Kaufkraft innerhalb Österreichs. In einer Studie von Statistik Austria und OGM (Februar 2004) liegt die Bundeshauptstadt unangefochten auf Platz 1, gefolgt von Niederösterreich und Vorarlberg. Die preisbereinigte Kaufkraft erreichte in Wien einen Wert von 115,5, in Niederösterreich liegt sie bei 103,7, in Vorarlberg bei 100,1 - das Schlusslicht bildet Tirol mit einem Wert von 89,1 (Österreich gesamt = 100).

(Schluss) mmr

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