Wegekostenrichtlinie: Chance verpasst

UECC-Präsident Bollmann: Europa braucht eine einheitliche Verkehrspolitik - "Ausbauerfordernisse der Binnenschifffahrt adäquat erfüllen!"

Wien (PWK295) - Die Einigung der Verkehrsminister über eine neue Wegekostenrichtlinie kann wohl nur als erster kleiner Schritt in Richtung einer gesamteuropäischen Verkehrspolitik gesehen werden. Die Chance, Wettbewerbsverzerrungen durch eine Harmonisierung der Maut zu beseitigen, wurde leider verpasst, stellten die Mitglieder des Vorstandes der Union europäischer Handelskammern (UECC) anlässlich ihrer jüngsten Tagung in Köln fest.

Wenn schon bei den Straßenmauten keine Fortschritte in Richtung einer Vereinheitlichung erzielt werden können, wie soll dann jemals das Ziel einheitlicher Berechnungsmethoden für alle Verkehrsträger erzielt werden, fragt Harald Bollmann, Präsident der UECC und Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich.

Wirtschaftswachstum und ein effizienter Gütertransport erfordern eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsträger in ihren spezifischen Vorteilen stärkt. Sich auf die Festsetzung hoher Mauten zu konzentrieren, um den Lkw-Verkehr zu verteuern, bringe überhaupt keine Verbesserung, wie das Beispiel der Schweiz zeigt, so Bollmann weiter. Auch in der Schweiz wächst die auf der Straße beförderte Gütermenge stetig, die Anzahl der Lkw ist vor allem aufgrund der verbesserten Auslastung wegen der Anhebung der Gewichtsgrenzen gesunken.

Notwendig sei eine Politik, die sich nicht auf die Be- und Verhinderung des Verkehrs, sondern auf eine möglichst nachhaltige und umweltfreundliche Bewältigung des Güterverkehrsaufkommens konzentriert, ist Bollmann überzeugt. In diesem Sinne fordert die UECC auch die Verkehrsminister, insbesondere in Deutschland und Österreich, auf, die Ausbauerfordernisse in der Binnenschifffahrt adäquat zu erfüllen. Diese Notwendigkeit wurde einmal mehr durch ein aktuelles Gutachten der Versuchsanstalt für Binnenschiffbau in Duisburg untermauert, demzufolge die Entwicklung flussangepasster Binnenschiffe nur marginale positive Effekte nach sich zieht. Die entscheidenden Faktoren für die Binnenschifffahrt, um sich im Wettbewerb mit den konkurrierenden Verkehrsträgern zu behaupten, bilden die Fahrwassertiefe und die sich hieraus ergebende Abladetiefe sowie die Größe der einsetzbaren Schiffseinheiten, so Bollmann abschließend. (hp)

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