Trotz "Gewonnener Reise": Am Urlaubsort zu hohen Ausgaben gezwungen

AKNÖ warnt: Deutscher Reiseveranstalter BIMA-Therm-Tours neppt Konsumenten

Wien (AKNÖ) - Ein Konsument aus dem Bezirk Krems hatte bei einem deutschen Reiseveranstalter eine Türkeireise gewonnen und trat diese gemeinsam mit seiner Frau auch an. Resümee: In der Türkei wurden die "Gewinner" zu hohen Ausgaben gezwungen. Die AKNÖ kritisiert das Vorgehen des deutschen Reiseveranstalters: "Hier werden die Konsumenten geneppt."

Herr R. staunte nicht schlecht, als er im Rahmen einer Werbeveranstaltung einen Gutschein "im Wert von 298 Euro" für eine 8-tägige Türkei-Rundreise samt Flug, Übernachtungen und Frühstück erhielt. Veranstalter war das deutsche Unternehmen BIMA-Therm-Tours. Herr R. und seine Frau entschlossen sich, den "Gewinn" anzunehmen. Der Reisepreis für die mitreisende Ehefrau betrug 298 Euro, dazu kamen noch eine Buchungs- und eine Flughafengebühr in der Höhe von 50 bzw. 60 Euro. Insgesamt bezahlten die beiden 408 Euro vor Reiseantritt. Doch das sollten nicht die einzigen Kosten bleiben:
Nach der Ankunft in der Türkei bot ein örtlicher Reiseveranstalter im Rahmen des Begrüßungscocktails ein Veranstaltungspaket an. Enthalten waren eine Bootsfahrt, eine Rundreise, ein Türkischer Abend sowie das Mittag- und Abendessen für die ganze Woche. Zum Preis von 199 Euro pro Person.

Antalya: Mitfahrt zum Hafen verweigert

Herr und Frau R. legten die Bestätigung vor, dass sie bereits 408 Euro bezahlt hätten, und dass hier eine "Erlebnisreise" laut BIMA-Therm-Tours schon inbegriffen sei. Doch die Bestätigung des deutschen Reiseveranstalters gelte in der Türkei nicht, hieß es, hier müsse man extra bezahlen. Das Ehepaar R. wollte dennoch nicht das ganze Paket, sondern die Rundreise ohne die Bootsfahrt, ohne Türkischen Abend und ohne Vollpension buchen. Doch das ließ der türkische Reiseveranstalter nicht gelten und meinte: "Entweder Sie bezahlen alles, oder Sie dürfen auf die Rundreise nicht mitfahren!" Für Familie R. hätte das bedeutet, dass sie in Antalya ohne Quartier auf der Straße gestanden wären. Als Herr und Frau R. den sofortigen Rückflug verlangten, bot man ihnen schließlich ein eingeschränktes Programm (Rundreise ohne Bootsfahrt, Türkischer Abend, nur Abendessen) zum Preis von 159 Euro pro Person an, das Herr und Frau R. auch annahmen. Aber in Antalya durften sie im Bus nicht einmal bis zum Hafen mitfahren, weil sie die Bootsfahrt nicht gebucht hatten. Um dennoch vom Hotel in die Altstadt zu kommen, mussten hohe Taxikosten bestritten werden.

"Gewinn" mit Mehrkosten

Insgesamt hat das Ehepaar R. für seinen Urlaub rund 725 Euro bezahlt. Und wäre der Preis für die Rundreise nicht auf 159 Euro heruntergehandelt worden, wären es sogar knapp 800 Euro gewesen. -Eine stolze Summe für eine ursprünglich "gewonnene" Reise. Taxikosten und Eintrittspreise für Sehenswürdigkeiten gar nicht mitgerechnet. Konsumentenschützerin Christa Hörmann:
"Wir kritisieren, dass BIMA-Therm-Tours in einer so dubiosen Weise den Menschen das Geld aus der Tasche zieht: Die Konsumenten werden mit angeblich geschenkten Urlauben ins Ausland gelockt, wo sie gezwungen werden für Leistungen zu zahlen, die sie nicht in Anspruch nehmen wollen. Wir können nur davon abraten, solche 'Gewinne' einzulösen." Die AKNÖ hat BIMA-Therm-Tours mit diesem Fall konfrontiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Generell erwartet die AKNÖ von BIMA-Therm-Tours, dass in Zukunft alle Informationen und Preise bereits in den Buchungsunterlagen klar angeführt werden.

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