60 Jahre 2. Republik: Verzetnitsch: Solidarität wird immer Zukunft haben

Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit und Sicherung des Friedens sind die zentralen Aufgaben der nächsten Jahre

Wien (ÖGB) - "Die Gewerkschaften haben zum Aufbau der Zweiten Republik einen wesentlichen Beitrag geleistet, sie prägten durch die Sozialpartnerschaft das Bild Österreichs und werden auch in Zukunft weiter mit gestalten", erklärte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, heute Dienstag, zum morgigen 60. Gründungstag der Zweiten Republik. Er ruft dazu auf, die anstehenden Probleme im Sinne der Gründer der Gewerkschaften und der Republik zu lösen. Verzetnitsch: "Solidarität wird immer Zukunft haben."++++

Eine der wesentlichsten Aufgaben von Gegenwart und Zukunft sei die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit sowie die Sicherung des Friedens. Dem müsse die gemeinsame Anstrengung aller gelten. Verzetnitsch: "Wir brauchen eine konstruktive Konsensdemokratie und keine destruktive Konfliktdemokratie. Wer Gewerkschaften aus der Problemlösung ausschließt, gefährdet die Entwicklung des Landes."

"Überall dort wo es keine freien Gewerkschaften gibt, herrschen Diktatur sowie schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen", stellte Verzetnitsch fest. Die Gewerkschaften haben immer ihre Stimme gemeinsam mit den ArbeitnehmerInnen erhoben. Der ÖGB und seine Gewerkschaften haben, wenn notwendig, Stärke gezeigt, etwa bei der Urabstimmung im Jahre 2001 mit einem beeindruckenden Ergebnis. 806.545 ÖGB-Mitglieder haben damals ihre Stimme für die soziale Gerechtigkeit erhoben. Verzetnitsch: "Wir werden nie verstummen."

60. Jahre Zweite Republik erfordern aber auch einen Blick über die Grenzen unseres Landes hinaus. Seit mehr als zehn Jahren ist Österreich Mitglied der EU und seit einem Jahr sind wir mit der EU-Erweiterung nicht mehr Außengrenze, sondern die Mitte der Union. Die Welt hat sich globalisiert und durch die technische Entwicklung ist sie zum elektronischen Dorf geworden. Verzetnitsch: "Der ÖGB und seine Gewerkschaften sind Garant für Sicherheit im Wandel."

"Die Zukunft Österreichs liegt im solidarischen Gestalten, nicht im Abbau von ArbeitnehmerInnen-Rechten. Wettbewerbsvorteil hat nicht der, der wie versteinert auf den Aktienkurs blickt, sondern der, der die MitarbeiterInnen motiviert und gute Arbeitsbedingungen schafft", stellte Verzetnitsch fest.

Viele ursprünglich heftigst abgelehnte Forderungen der Gewerkschaften sind heute erfüllt und werden als Selbstverständlichkeit gesehen. "Auch in jüngster Zeit wurde dann etwas weitergebracht, wenn die Gewerkschaften eingebunden waren. Österreich hat so gute Chancen. Machen wir etwas daraus", so Verzetnitsch abschließend.(ff)

ÖGB, 26. April
2005
Nr. 250

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Annemarie Kramser
Tel.: (++43-1) 534 44/222 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003