ÖAMTC-Tunnel-Test 2005: So ist der optimale Tunnel ausgestattet (Teil 3)

Von Verkehrsbeeinflussung bis Sicherheitsbeauftragtem - Wichtige Schritte für mehr Tunnelsicherheit

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Europas Tunnel werden langsam sicherer,
aber noch immer sind viele Hausaufgaben zu machen, bis das Ziel erreicht ist", sagt ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke. Laufende ÖAMTC-Tunnel-Tests nach den Vorgaben der Europäischen Tunnelrichtlinie tragen dazu bei, dass Mängel aufgedeckt und beseitigt werden. "Wichtige bauliche Maßnahmen wie zweite Röhren brauchen Zeit und viel Geld, andere Sicherheitsinitiativen sind auch kurzfristig umsetzbar", sagt Matzke. Der ÖAMTC hat einige Punkte zusammengefasst, die aus einer finsteren Röhre einen optimalen Tunnel machen.

"Helle Tunnelwände, eine geeignete Beleuchtung und Leuchtdioden am Fahrbahnrand sind relativ leicht umzusetzen und erhöhen die Sicherheit maßgeblich", sagt der ÖAMTC-Experte. Außerdem ein absolutes Muss: Eine deutliche Kennzeichnung von Fluchtwegen, Notausgängen und Notrufkabinen. Die Tunnelbetreiber müssen auch dafür Sorge tragen, dass die Autofahrer über die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen informiert werden. Mehrsprachige Meldungen über den Verkehrsfunk geben zusätzlich Sicherheit. "Dazu gehören auch Informationen über richtiges Verhalten im Tunnel", sagt Matzke.

Aufwändiger sind die baulichen und infrastrukturellen Maßnahmen. Der ÖAMTC fordert weiterhin als wichtigsten Schritt, dass alle einröhrigen Tunnel schnell mit einer zweiten Röhre ausgestattet werden. Außerdem wesentliche Punkte:

  • Eine geeignete Verkehrsbeeinflussungsanlage hilft stehenden Verkehr (Baustelle, Stau) zu vermeiden und ist vor allem als Stauwarnung bei Tunnel mit hohem Verkehrsaufkommen nötig.
  • Moderne Lüftungssysteme garantieren, dass im Brandfall ein Ersticken durch die starke Rauchentwicklung verhindert wird.
  • Ein automatisches Brandmeldesystem ist für alle längeren Tunnel nötig. Eine digitale Videobild-Auswertung ist dabei die optimale High-Tech-Lösung.
  • Von jedermann leicht bedienbare Löschpistolen können im Ernstfall Leben retten und Großbrände im Keim ersticken. "Sie sollten mindestens in jeder Pannenbucht angebracht sein", fordert der ÖAMTC-Experte.
  • Pannen- und Nothaltebuchten sind in kurzen Abständen in allen Tunnel einzurichten, in denen kein Standstreifen vorhanden ist.
  • Der Tunnelfunk für Einsatzkräfte und die Videoüberwachung müssen lückenlos funktionieren. Im Bedarfsfall muss das Video-System automatisch auf einen Alarmmonitor aufschalten und die Daten aufzeichnen und speichern.
  • Fluchtwege können Leben retten und müssen in größtmöglicher Zahl vorhanden sein, etwa durch Querverbindungen zu zweiten Tunnelröhren.

Einer der wichtigsten Faktoren bleibt der Mensch. "Für jeden Tunnel muss es einen Sicherheitsbeauftragten geben", fordert der ÖAMTC-Experte. Die Spezialisten aktualisieren laufend Alarm- und Einsatzpläne und führen regelmäßig Notfallübungen mit allen Einsatzkräften durch. "Ein gut geschultes Personal in den Tunnelleitzentralen kann helfen, Katastrophen zu verhindern", ist Matzke überzeugt.
Weitere Informationen zum aktuellen ÖAMTC-Tunnel-Test 2005 sowie zu allen vorangegangen ÖAMTC-Tunnel-Tests finden sich auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/tunneltests/. Hier finden sich auch Informationen zu den wichtigsten 50 Straßentunnel Europas.

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(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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