ÖAMTC-Tunnel-Tests machen europäische Röhren sicherer (Teil2)

Das hat der ÖAMTC für die Autofahrer in den vergangenen Jahren erreicht

Wien (ÖAMTC-Presse) - "Wir wollen die heimischen Tunnel sicher machen", sagt ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke zum Ziel der jahrelangen Testreihen. Der ÖAMTC führt seit 1999 gemeinsam mit seinen europäischen Schwesterclubs Tunnel-Tests durch. In Österreich wurden bereits 33 Tunnel getestet. Darüber hinaus überprüft der Club gemeinsam mit dem Tunnelinspektor des BMVIT seit drei Jahren jede neue Tunnelanlage, bevor sie in Betrieb geht. Die ÖAMTC-Tests haben in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Anhebung der Sicherheit in österreichischen und europäischen Tunnel beigetragen. Einige der Erfolge:

  • 2004 wurde die Europäische Tunnelrichtlinie durchgesetzt, die für alle Tunnel im hochrangigen Straßennetz doppelte Röhren ohne Gegenverkehr vorschreibt. Der ÖAMTC verlangt eine schnelle Umsetzung der Richtlinie auch bei bestehenden Tunnel. "Derzeit sind in Österreich von 268 Tunnel-Kilometern im hochrangigen Straßennetz noch immer 87 km einröhrig, und davon 72 km ohne jede Fluchtmöglichkeit über einen Rettungsstollen", weiß Matzke.
  • Ebenfalls 2004 wurden die zweiten Röhren für Ambergtunnel (A14), Plabutschtunnel (A9) und Gräberntunnel (A2) fertig gestellt.
  • In diesem Jahr werden Herzogbergtunnel (A2), Ofenauer- und Hieflertunnel (A10) noch vor dem Sommer erneuert. Im Dezember werden auf der S 16 (Umfahrung Strengen) sechs Tunnel-Kilometer mit zwei Röhren eröffnet.
  • Der Roppenertunnel auf der A12 bei Imst ist beim ÖAMTC-Test zweimal mit bedenklich beurteilt worden. Mit dem Baubeginn der zweiten Röhre rechnet man nun bis spätestens Ende 2006. Seit dem vergangenen Jahr werden laufende Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.
  • Und auch die Sitzenbleiber des ÖAMTC-Tunnel-Tests 2005 bekommen Hausaufgaben: Der Speringtunnel soll bis 2009 seine zweite Röhre haben. Im Ganzsteintunnel soll die zweite Röhre bis 2008 fertig sein. Die Sanierung der ersten Röhre steht bis 2009 an.

Für den Club ist auch die Aufrüstung älterer Tunnel ein dringliches Anliegen. "Die 'musts' wie helle Tunnelwände, optimale Beleuchtung, moderne Lüftungs- und Kommunikationssysteme, eine einheitliche Gestaltung der Tunnelportale, klare Beschilderung und die Absicherung der Fahrbahnränder durch LEDs sind längst noch nicht in jeder Röhre Standard", sagt der ÖAMTC-Experte. Die Asfinag investiert 2005 ausschließlich aus Mauteinnahmen der Autofahrer rund 1,25 Mrd. Euro ins hochrangige Straßennetz, davon 150-200 Mio. in die Erhöhung der Tunnelsicherheit bestehender Anlagen.

Eurotest sorgt für europaweite Sicherheit

Der ÖAMTC-Tunnel-Test ist Teil des Eurotest-Programms 2005. Diese größte Testorganisation Europas steht mit dem ÖAMTC als Gründungsmitglied für Sicherheit in der Mobilität. Reifen,- Fahrwerk-und Straßentests sind ebenso Kernprogramme wie die Tests von Raststätten, Bahnhöfen, Fährschiffen und Reisebussen. Mit dem Testjahr 2005 steht der Tunnel-Test unter dem neuen Namen EuroTAP (European Tunnel Assessment Programme). Bis zum Jahr 2007 werden im Rahmen des EuroTAP-Projekts europaweit insgesamt weitere 150 Tunnel überprüft. Kriterien für die Auswahl der Testkandidaten durch den ÖAMTC ist neben der Tunnellänge auch deren Bedeutung für den Reiseverkehr. Die Bewertungskriterien der Prüfer: Tunnelsystem, Beleuchtung und Energieversorgung, Verkehr und Verkehrsüberwachung, Kommunikation, Flucht- und Rettungswege, Brandschutz, Lüftung und Notfallmanagement. In die Beurteilungen fließen außerdem das Risikopotenzial der Tunnel, z.B. Verkehrsmenge und Lkw-Anteil, ein. Mit der Ergebnis-Datenbank sind die Experten in der Lage, verlässliche Aussagen über die Sicherheit in den wichtigsten europäischen Straßentunnel zu machen. Das Programm wird von der Generaldirektion Verkehr der EU und der FIA Foundation unterstützt.

Weitere Informationen zum aktuellen ÖAMTC-Tunnel-Test 2005 sowie zu allen vorangegangen ÖAMTC-Tunnel-Tests finden sich auf der Homepage des Clubs unter http://www.oeamtc.at/tunneltests/. Hier finden sich auch Informationen zu den wichtigsten 50 Straßentunnel Europas.

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(Schluss)
ÖAMTC-Pressestelle/Claudia Kesche

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