Morgen vor 60 Jahren: 26. April 1945

Wien (OTS) - Im Gedenken an die Geschehnisse der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges, vom erstmaligen Betreten Wiener Bodens durch sowjetische Truppen am 6. April bis zur Ausrufung der Zweiten Republik am 29. April im Roten Salon des Wiener Rathaus, erinnert bis 29.4. die rathaus korrespondenz täglich an die wichtigen Vorkommnisse jener Tage. Die chronologische Textsammlung ist unter der "rathaus korrespondenz im Rückblick" abrufbar(
http://www.wien.gv.at/ma53/45jahre/ ).

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass auf den Friedhöfen 5.500 unbeerdigte Leichen liegen. Eine noch weit größere, aber niemals genau ermittelte Zahl von Toten ist in Grünanlagen und Bombentrichtern provisorisch bestattet worden und muss möglichst bald exhumiert und ordentlich beigesetzt werden. Es gibt allerdings keine Särge. - Die Musikschule der Stadt Wien hat ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Philharmoniker laden für den nächsten Tag zu ihrem ersten Konzert (Schubert, Beethoven, Tschaikowskij) unter Clemens Krauss im Großen Konzerthaussaal. Das Konzert wird am 28. April wiederholt. - Die Wiener E-Werke geben bekannt, dass sie keinen Strom beziehen können, sondern auf die eigene Stromerzeugung aus Kohle angewiesen sind. Die Kohlenvorräte sind jedoch begrenzt. Deswegen kann Strom nur kurzzeitig abgegeben werden. Es gilt vor allem, die Versorgung der Wasserwerke sowie von Brotfabriken, Krankenhäusern und anderen lebenswichtigen Einrichtungen zu sichern. (Schluss) red

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