Neues Volksblatt" Kommentar: "Abwarten" (Von Michaela Ecklbauer)

Ausgabe vom 25. April 2004

Linz (OTS) - Joseph Ratzinger, vielen als "strenger Hüter des Glaubens" bekannt, setzt im neuen Amt als Papst Benedikt XVI. erste -auch von anerkannten Theologen als "bemerkenswert" bezeichnete -Signale. Er verspricht, die Kirche "nicht nur kollegial, sondern synodal" zu führen und ist sich des Risses "im Netz der Einheit der Christen" bewusst. Sein "Regierungsprogramm" lautet "nicht meinen Willen zu tun, nicht meine Ideen durchzusetzen, sondern gemeinsam mit der ganzen Kirche auf Wort und Wille des Herrn zu lauschen".
Das lässt nicht automatisch auf eine starre Fortsetzung seines bisherigen Kurses schließen, sondern eine ganze Bandbreite an Entfaltung zu. All jene, die von Ratzingers Bestellung zum Papst enttäuscht sind, sollten ihm zumindest eine Schonfrist zugestehen und es mit dem Moskauer Patriarchen halten, der "zum Dialog bereit ist". In seinem letzten Dokument als Leiter der Glaubenskongregation war Ratzinger dabei, versöhnliche Signale an wiederverheiratete Geschiedene zu senden. Vor dem kategorischen "Verteufeln" sollten auch die Kritiker erst seine jetzige Haltung zu den "brennenden Fragen" der Kirche abwarten.

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