Kukacka: Diskussion um die Wegekostenrichtlinie zeigt: Donau als alternativer Verkehrsträger unverzichtbar!

Donauhafen Krems schafft mit rund 700.000 Tonnen Güterumschlag 2004 umgerechnet 53.000 LKW-Züge von der Strasse auf die Donau

Wien, 24.April 2005 (OTS) - "Die schwierige Diskussion um die Wegekostenrichtlinie und der Einigung in Brüssel habe uns deutlich vor Augen geführt, dass der rechtzeitige Ausbau von alternativen Verkehrsträgern zur Strasse für Österreich unverzichtbar ist. Aufgrund der EU-Erweiterung und der zu erwartenden Verkehrszuwächse in Donaukorridor müsse Österreich weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um die Wasserstrasse Donau mit ihren großen Kapazitäten zu einer leistungsfähigen Alternative zur Strasse zu machen", betonte heute, Sonntag, Verkehrsstaatssekretär Kukacka am Tag der Schifffahrt. ****

Die Verantwortlichen in der EU haben bei seinem jüngsten Besuch in Brüssel großes Interesse an den geplanten Maßnahmen in Österreich wie dem flussbaulichen Gesamtprojekt und dem Nationalen Aktionsplan zur Stärkung der Binnenschifffahrt gezeigt. "In Brüssel hat man die Notwenigkeit eines gemeinsamen Vorgehens zur Stärkung der Binnenschifffahrt bereits erkannt. Das Verkehrsministerium wird im Rahmen der österreichische EU-Präsidentschaft 2006 mit dem Schwerpunkt Schifffahrt alle Anstrengungen unternehmen, starke Akzente für eine ökologisch verträgliche Donauschifffahrt zu setzen", erklärte Kukacka. Die Forcierung der Binnenschifffahrt müsse immer unter Berücksichtigung auch der sensiblen ökologischen Bedürfnisse einer Wasserstrasse erfolgen.

Ein Donauhafen wie Krems, der im vergangenen Jahr rund 700.000 Tonnen Güter umgeschlagen habe, verlagere mit dieser Menge umgerechnet 53.000 LKW-Züge von der Strasse auf die ökologisch verträgliche Donau. Dies sei im Interesse einer für die Bevölkerung gut verträglichen Bewältigung des Verkehrswachstums. "Unser verkehrpolitisches Ziel ist muss es deshalb sein, bis zum Jahr bis 2015 rund 30 Mio. Tonnen auf die Donau zu verlagern, also dreimal so viel wie 2003 mit 11 Millionen", betonte Kukacka. Damit könnten wir eine Million LKW-Fahrten pro Jahr auf die Wasserstrasse verlagern.

Schätzungen gingen davon aus, dass durch eine stärkere Nutzung der Schifffahrt die österreichische Wirtschaft jährlich rund 30 Millionen Euro an Transportkosten einsparen könnte. Um die Binnenschifffahrt aber in die zu Lage versetzen, eine stärkere Rolle im Konzert der Landverkehrsträger zu spielen seien aber eine Reihe von Maßnahmen notwendig, die Österreich bereits konsequent umsetze. "Voraussetzungen für wirtschaftliche Binnenschifffahrt sind ein verlässlicher Verkehrsweg und eine Optimierung der nautischen, technischen, logistischen und der rechtlichen Rahmenbedingungen", betonte Kukacka.

Als wesentliche Voraussetzung zur Steigerung der Transportkapazität nannte Kukacka das flussbauliche Gesamtprojekt östlich von Wien. Ohne Maßnahmen könne der Schiffstransport laut Berechnungen bis 2015 lediglich um vier Millionen Tonnen anwachsen. Würden die Schritte zur ganzjährigen Schifffbarkeit der Donau wie geplant bis 2010 umgesetzt, würde der Anstieg rund 18 Mio. Tonnen betragen. Die Einreihung dieses Projektes als EU-TEN Projekt, beweise das hohe Interesse in Europa an der Umsetzung und erleichtere die Finanzierung; rund 50 Prozent für die Planung und 20 Prozent für den Bau könne Österreich aus den TEN-Förderungen lukrieren.

Zweiter Schwerpunkt sei der Maßnahmenmix, der im Nationalen Aktionsplan enthalten sei und bis Sommer 2005 erstellt werde. Dieser enthalte zehn Maßnahmenbündeln in denen mehr als 40 Einzelmaßnahmen definieren wird. Für jede der identifizierten Maßnahmen werden Ausgangssituation, Lösungsansatz und Umsetzungsschritte detailliert beschrieben sowie Wirkung und Kosten der Maßnahme ermittelt. Zur Abstimmung der Arbeiten wurde ein Projektbeirat installiert, der sich aus Entscheidungsträgern der Bundes- und Landesverwaltung sowie relevanten Fachverbänden, Interessensvertretungen und Organisationen der Donauschifffahrt zusammensetzt.

Weitere Maßnahmen konzentrieren sich auf die Implementierung des Schifffahrtsinformationssystems DoRIS-Donau River Information Services - und die Entwicklung österreichischer Häfen zu intermodalen Logistikzentren. Darüber hinaus wird eine verbesserte Verknüpfung zwischen Binnenschifffahrt und Schienenverkehr angestrebt, der Aufbau von Liniendiensten im intermodalen Verkehr und die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe in unmittelbarer Nähe der Wasserstraße Donau als wichtiges Maßnahmenbündel definiert. Damit stelle der Nationale Aktionsplan das zentrale Instrument für eine kontinuierliche Planungs- und Entscheidungsgrundlage der österreichischen Schifffahrtspolitik dar. Kukacka abschließend: "Die Donau verbindet 10 Nationen und 100 Millionen Menschen Miteinander und war in der langen europäischen Geschichte immer entweder Trennlinie oder Verkehrsweg. Im vereinten Europa brauchen wir die Donau als identitätsstiftende Wasserstrasse, die Nationen verbindet und unsere Mobilität erhöht. Daran werden wir gemeinsam bauen", schloss Kukacka.

Rückfragen & Kontakt:

Staatssekretariat im BM für Verkehr,
Innovation und Technologie
Mag. Christian Dolezal
Pressesprecher
Tel. +43 (01) 711 62/8803

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SVT0001