• 24.04.2005, 10:48:40
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Weinzinger: Tierversuche sind grausam, meist sinnlos und gefährlich

Ersatzmethoden fördern - unnötige Tierversuche vermeiden

Wien (OTS) - "Jährlich werden Millionen von Versuchstieren für die
Entwicklung von Arzneimitteln, zur Erforschung von Krankheiten,
Agrar- und Industriechemikalien sowie für Kosmetikprodukte sinnlos
missbraucht, gequält und getötet. In Österreich sind es rund 180.000
pro Jahr. Gleichzeitig lassen die Entwicklungen der Gentechnik und
die Chemikalienuntersuchungen der EU einen weiteren, drastischen
Anstieg von Tierversuchen befürchten", erklärt die
Tierschutzsprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger, anlässlich des
heutigen Internationalen Tierversuchstages.

Die meisten Versuche würden zur Produktentwicklung durchgeführt,
indem menschliche Krankheiten bei Tieren künstlich hervorgerufen
werden, um dann an diesem Tiermodell eine Behandlung zu entwickeln.
"Viele dieser Tierversuche sind sinnlos, weil sich die Ergebnisse am
künstlich geschädigten Versuchstier nicht mit der nötigen Sicherheit
auf Menschen übertragen lassen. Viele Medikamente müssen deshalb
immer wieder vom Markt genommen werden, weil sie bei Menschen - im
Gegensatz zu Tieren - zu schweren oder gar tödlichen Nebenwirkungen
führen", so Weinzinger. Besonders grausam seien Giftigkeitstests, die
an mehr als einem Drittel der Tiere angewendet würden. Dazu zählt
z.B. der Draize-Test, bei dem v.a. Kaninchen das Testmittel in die
Augen getropft werde, um Verätzungen zu beobachten oder
Magenverträglichkeitstests, bei denen meist Ratten, die nicht
erbrechen könnten, das zu testende Mittel ins Futter oder in hoher
Dosis per Sonde verabreicht würde.
"Viele dieser Tierversuche können vermieden werden, weil sie schon
gemacht wurden. Außerdem sind viele Tierversuche nicht notwendig,
weil es bereits Alternativen gibt, die mehr Sicherheit ohne
zusätzliches Tierleid bringen", so Weinzinger. In Österreich sei
jedoch das Budget, das dafür zur Verfügung stehe, minimal. Die
Entwicklung von Alternativmethoden und die rasche Anerkennung und
Anwendung von Alternativmethoden würde Tieren großes Leid und den
sicheren Tod ersparen und müsse daher dringend gefördert werden.

Auf Initiative der Grünen sei es gelungen, eine
Vierparteien-Entschließung zustande zu bringen, wonach die
Ersatzmethoden zum Tierversuch verstärkt zu fördern seien und
Tierversuche an Menschenaffen verboten werden sollen. Weiters würde
die Bundesregierung aufgefordert, sich für den Aufbau einer EU-weiten
Datenbank für Alternativen zu Tierversuchen zu verwenden. "Diese
Initiativen sind zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber doch
ein kleiner Erfolg, der dazu beträgt, das Leiden der Tiere zu
verringern", schließt Weinzinger.

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS0019    2005-04-24/10:48

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