Weinzinger: Tierversuche sind grausam, meist sinnlos und gefährlich

Ersatzmethoden fördern - unnötige Tierversuche vermeiden

Wien (OTS) - "Jährlich werden Millionen von Versuchstieren für die Entwicklung von Arzneimitteln, zur Erforschung von Krankheiten, Agrar- und Industriechemikalien sowie für Kosmetikprodukte sinnlos missbraucht, gequält und getötet. In Österreich sind es rund 180.000 pro Jahr. Gleichzeitig lassen die Entwicklungen der Gentechnik und die Chemikalienuntersuchungen der EU einen weiteren, drastischen Anstieg von Tierversuchen befürchten", erklärt die Tierschutzsprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger, anlässlich des heutigen Internationalen Tierversuchstages.

Die meisten Versuche würden zur Produktentwicklung durchgeführt, indem menschliche Krankheiten bei Tieren künstlich hervorgerufen werden, um dann an diesem Tiermodell eine Behandlung zu entwickeln. "Viele dieser Tierversuche sind sinnlos, weil sich die Ergebnisse am künstlich geschädigten Versuchstier nicht mit der nötigen Sicherheit auf Menschen übertragen lassen. Viele Medikamente müssen deshalb immer wieder vom Markt genommen werden, weil sie bei Menschen - im Gegensatz zu Tieren - zu schweren oder gar tödlichen Nebenwirkungen führen", so Weinzinger. Besonders grausam seien Giftigkeitstests, die an mehr als einem Drittel der Tiere angewendet würden. Dazu zählt z.B. der Draize-Test, bei dem v.a. Kaninchen das Testmittel in die Augen getropft werde, um Verätzungen zu beobachten oder Magenverträglichkeitstests, bei denen meist Ratten, die nicht erbrechen könnten, das zu testende Mittel ins Futter oder in hoher Dosis per Sonde verabreicht würde.
"Viele dieser Tierversuche können vermieden werden, weil sie schon gemacht wurden. Außerdem sind viele Tierversuche nicht notwendig, weil es bereits Alternativen gibt, die mehr Sicherheit ohne zusätzliches Tierleid bringen", so Weinzinger. In Österreich sei jedoch das Budget, das dafür zur Verfügung stehe, minimal. Die Entwicklung von Alternativmethoden und die rasche Anerkennung und Anwendung von Alternativmethoden würde Tieren großes Leid und den sicheren Tod ersparen und müsse daher dringend gefördert werden.

Auf Initiative der Grünen sei es gelungen, eine Vierparteien-Entschließung zustande zu bringen, wonach die Ersatzmethoden zum Tierversuch verstärkt zu fördern seien und Tierversuche an Menschenaffen verboten werden sollen. Weiters würde die Bundesregierung aufgefordert, sich für den Aufbau einer EU-weiten Datenbank für Alternativen zu Tierversuchen zu verwenden. "Diese Initiativen sind zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber doch ein kleiner Erfolg, der dazu beträgt, das Leiden der Tiere zu verringern", schließt Weinzinger.

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