Marlene Haring ist Birgit-Jürgenssen-Preisträgerin 2005

Birgit-Jürgenssen-Preis zum zweiten Mal vergeben

Wien (OTS) - "Ich freue mich, dass Marlene Haring heuer mit dem Birgit-Jürgenssen-Preis ausgezeichnet wird. Sie vertritt eine bewusste, neu definierte Frauenposition. Sie setzt sich mit den Themen Körper, Sexualität und Gender reflexiv und konzeptuell auseinander und ist in diesem Sinn eine ideale Birgit Jürgenssen Preisträgerin und indirekt auch Schülerin von Birgit Jürgenssen", so Staatssekretär Franz Morak, gestern Abend, anlässlich der Verleihung des Birgit-Jürgenssen-Preises in der Akademie der bildenden Künste Wien.

"Für Birgit Jürgenssen, die ihre Verantwortung als Lehrende sehr engagiert wahrgenommen hat, war die Gleichstellung von Mann und Frau sowohl Thema ihrer Arbeit als auch Ausgangsposition in ihrer Annäherung an die Studentinnen und Studenten", so der Staatssekretär.

Peter Kogler sprach in Gedenken an Birgit Jürgenssen einleitende Worte und würdigte ihr "feines Gespür für Qualität" und ihren Einsatz für Ihre Studentinnen und Studenten. Die Laudatio hielt die Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin Brigitte Felderer, die gemeinsam mit Peter Kogler und Peter Noever der Jury angehörte. Entscheidend für die Jury war, dass "die junge Künstlerin in ihren Arbeiten nicht mit Formalismen kalkuliert, nicht auf ein Medium fokussiert ist, Performance, Aktion, Fotografie, Video etc. einsetzt, dabei Trends, Inhalte und Strategien des aktuellen Kunstbetriebs reflektiert und gleichermaßen neu wie subversiv gewendet in ihre eigenen Arbeiten übersetzt."

Marlene Haring, geboren 1978 in Wien, studiert am Chelsea College of Art and Design London und an der Akademie der bildenden Künste Wien. Bereits 2004 erhielt sie gemeinsam mit Catrin Bolt (als Künstlerinnenduo "Halt und Boring") das Staatsstipendium für Fotografie des Bundeskanzleramtes.

Staatssekretär Morak betonte abschließend, dass dieser Preis auch deshalb so wichtig sei, weil er über das Feld der Lehre hinaus den Übergang von der Universität in den Beruf unterstütze. In dem Zusammenhang verwies Morak auf die gute Zusammenarbeit des Bundeskanzleramtes mit der Akademie, jungen Künstlern am Beginn ihrer Karriere eine Präsentationsplattform zu geben: Das vor wenigen Wochen im Museumsquartier eröffnete Projekt "Betonsalon" bietet jungen Künstlerinnen und Künstlern eine attraktive Ausstellungsplattform, die den Schritt von der Ausbildung in die Praxis erleichtern soll. Bis 24. April 2005 ist dort ebenfalls eine Installation von Marlene Haring zu sehen. "Es ist ein kulturpolitischer Auftrag, dem Experimentellen, Spekulativen, nicht Zweck- und/oder Resultatorientierten Raum zu geben, es ist notwendig, in der Gesellschaft immer wieder ein kontinuierliches Freifeld des Experimentierens zur Verfügung zu haben", so der Staatssekretär.

Der Birgit-Jürgenssen-Preis wird heuer zum zweiten Mal zum Gedenken an die ehemals an der Akademie lehrende Künstlerin Birgit Jürgenssen vergeben. Laut einer Vereinbarung zwischen dem Bundeskanzleramt, der Akademie der bildenden Künste Wien und Herrn Hubert Winter wurde dank einer Stiftung der Preis in der Höhe von 2.000.- Euro eingerichtet. Der Preis wird jährlich an eine Studentin oder einen Studenten der Akademie der bildenden Künste Wien für Arbeiten im medialen Bereich verliehen, insbesondere unter Bedachtnahme auf Werke der künstlerischen Fotografie, der Video- oder (digitalen) Medienkunst.

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