"profil": Vassilakou: Fall Kampl Belastung für schwarz-grüne Koalitionsaussichten

Wiener Grünen-Chefin kritisiert "bestürzendes Schweigen des Kanzlers"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" lässt Maria Vassilakou, Chefin der Wiener Grünen, erkennen, dass die jüngsten Außerungen von Bundesrat Siegfried Kampl und die ihrer Meinung nach unzureichenden Reaktionen der ÖVP ihre Bereitschaft, nach kommenden Wahlen über eine schwarz-grüne Koalition zu verhandeln, bis auf Weiteres deutlich reduziert hat. Vassilakou: "Ich rede so lange nicht über mögliche Koalitionen, bis Wolfgang Schüssel die Frage beantwortet hat, ob Herr Kampl Bundesratspräsident wird oder nicht." Sie störe "dieses bestürzende Schweigen des Kanzlers zu den Äußerungen des Herrn Kampl, der sich vom Nationalsozialismus offenbar nicht lösen kann, der uns erzählt, dass die Nazis arm waren, weil sie nach 1945 verfolgt wurden".

Für die Grünen, so Vassilakou, gebe es rein theoretisch Übereinstimmungen mit SPÖ und ÖVP - sie selbst habe keine Präferenz. Vassilakou im "profil"-Interview: "Manche bei uns sind eher für eine Koalition mit der SPÖ, manche eher für eine mit der ÖVP. Ich mag es nur nicht, dass die einen dann als Fundis bezeichnet werden und die anderen als Realos." Nach dieser Logik wäre Niederösterreichs Erwin Pröll als Anhänger von Schwarz-Rot "ein Ober-Fundi".

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